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    <title>antitheismus.de - Leserbriefe</title>
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    <description>Die Seite gegen religiösen Wahn</description>
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        <title>RSS: antitheismus.de - Leserbriefe - Die Seite gegen religiösen Wahn</title>
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    <title>Wie man junge Ziegen kocht</title>
    <link>http://antitheismus.de/archives/188-Wie-man-junge-Ziegen-kocht.html</link>
            <category>Leserbriefe</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Martin Pätzold)</author>
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    Die MIZ 1/10 widmete sich dem Schwerpunkt &lt;a href=&quot;http://www.miz-online.de/Schwerpunktthema-Macht-sie-euch-untertan&quot;&gt;&quot;Mensch und Tier&quot;&lt;/a&gt;. Darin erschienen mehrere Artikel, die sich dem Anteil der Religionen an der Rechtfertigung des Speziesismus und der Tierausbeutung besch&amp;auml;ftigen, darunter der Artikel &quot;Fleisch, in dem noch Blut ist. Wie Juden und Moslems zu Nichtmenschen stehen&quot; (&lt;a href=&quot;http://antispe.de/txt/blut.html&quot;&gt;Online-Version&lt;/a&gt;). Als Reaktion auf diesen und die anderen Artikel erschien in der MIZ 2/10 ein Leserbrief des Juden Konrad Riggenmann (&lt;a href=&quot;http://antitheismus.de/uploads/miz_02-10_leserbrief.pdf&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; die vollst&amp;auml;ndige Version), der mehrere Kritikpunkte an den verschiedenen Artikeln anbrachte, sich aber haupts&amp;auml;chlich damit besch&amp;auml;ftigte, tierfreundliche Textstellen und andere Belege f&amp;uuml;r die Tierfreundlichkeit des Judentums anzuf&amp;uuml;hren. Der folgende Antwort-Leserbrief beschäftig sich mit den allgemeinen Kritikpunkten, aber vor allem mit dem Versuch, durch die Verdrehung von Textstellen das Judentum als nicht- oder gar antispeziesistische darzustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die Worte h&amp;ouml;r&#039; ich wohl, allein...&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Riggenmanns Apologetik irritiert nicht nur das Fehlen eines halbwegs logischen Aufbaus, sondern auch die philologische Nachl&amp;auml;ssigkeit mit W&amp;ouml;rtern und Wortbedeutungen. Er wirft Vegetarismus und Veganismus sowie Tierschutz und Tierrechte durcheinander, obwohl er h&amp;auml;tte nachlesen k&amp;ouml;nnen, dass das nicht funktioniert.&lt;a name=&quot;sdfootnote1anc&quot; href=&quot;#sdfootnote1sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Er spricht von &quot;Tierrechten&quot; bzw. &quot;Tierrechtsbewegung&quot; im Zusammenhang mit Peter Singer, obwohl dieser Rechte f&amp;uuml;r Tiere erkl&amp;auml;rterma&amp;szlig;en ablehnt.&lt;a name=&quot;sdfootnote2anc&quot; href=&quot;#sdfootnote2sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Nicht zuletzt bezeichnet er herbivore Tiere als &quot;vegan&quot; &amp;ndash; eine nicht nur falsche, sondern auch reichlich unsinnige Vermischung der Begriffsebenen. Gegen Goldners Hinweis, dass die Bedeutung von &quot;religio&quot; &quot;zur&amp;uuml;ckbinden&quot;&lt;a name=&quot;sdfootnote3anc&quot; href=&quot;#sdfootnote3sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;3&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; ist (womit Goldner offensichtlich das Verb meint), nimmt Riggenmann sich bequemerweise das Substantiv vor und beschr&amp;auml;nkt sich auf dessen erste Bedeutung (&quot;R&amp;uuml;cksicht, Besorgnis, Bedenken&quot;) &amp;ndash; die erste Bedeutung von dreizehn.&lt;a name=&quot;sdfootnote4anc&quot; href=&quot;#sdfootnote4sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;4&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Man k&amp;ouml;nnte von Beliebigkeit sprechen, dass er andere Bedeutungen nicht erw&amp;auml;hnenswert fand, wie &quot;Aberglaube, abergl&amp;auml;ubische Scheu&quot;, &quot;Religionsfrevel, religi&amp;ouml;se Schuld, S&amp;uuml;nde&quot;&lt;a name=&quot;sdfootnote5anc&quot; href=&quot;#sdfootnote5sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;5&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; oder &quot;Gewissenszwang&quot;&lt;a name=&quot;sdfootnote6anc&quot; href=&quot;#sdfootnote6sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;6&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt;; bzw. einfach die Auff&amp;auml;cherung der (heutigen) Bedeutung &quot;Religion&quot;, die f&amp;uuml;nf weitere Eintr&amp;auml;ge veranschlagt.&lt;a name=&quot;sdfootnote7anc&quot; href=&quot;#sdfootnote7sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;7&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese philologische Nachl&amp;auml;ssigkeit ist nicht Unkenntnis oder Unwissen geschuldet, sondern eine typische Methode solcher Apologien, die die undankbare Aufgabe haben, aus den Konvoluten Jahrtausende (oder Jahrhunderte) alter Texte halbwegs sinnvolle Aussagen abzuleiten und die Aufrufe zu Mord, Vergewaltigung, Krieg, Rassismus, Sexismus (und Speziesismus) irgendwie als ung&amp;uuml;ltig, den Rest aber dennoch als g&amp;uuml;ltig hinzustellen. Da ist vor allem eins angesagt: Eklektizismus auf allen Ebenen, d.h. das willk&amp;uuml;rliche Ausw&amp;auml;hlen der Wortbedeutungen und der Textstellen, die f&amp;uuml;r das Erf&amp;uuml;llen der Aufgabe geeignet sind, und das Ignorieren oder Umdeuten aller anderen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Umdeuten, der eigentliche Kern apologetischer &quot;Auslegung&quot;, ist eine Kunst f&amp;uuml;r sich. Der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Beliebtheit erfreuen sich folgende Methoden: (1) Ignorieren des Kontextes (stattdessen Herausl&amp;ouml;sung des Satzes oder der Wortgruppe und das Setzen in einen neuen, v&amp;ouml;llig unpassenden Kontext), (2) neue Gewichtung der Semantik der missliebigen Begriffe (Ausweitung oder Verengung der Bedeutung, Bedeutungs&amp;auml;nderung ins Positive oder Negative, sowie Umdeutung &amp;uuml;ber die Etymologie). Das Ignorieren der widersprechenden Textstellen wird meistens stillschweigend begangen, manchmal gibt es aber auch Versuche es zu rechtfertigen. Hier ist am beliebtesten das Verschieben in die Geschichte (das galt fr&amp;uuml;her, aber heute nicht mehr &amp;ndash; wieso gelten dann aber die &quot;positiven&quot; Textstellen dagegen auch heute?). Eine andere Variante bietet der christliche Apologetiker Spong: Die schlechten Worte in der Bibel k&amp;ouml;nnen nicht von Gott stammen, denn Gott ist g&amp;uuml;tig.&lt;a name=&quot;sdfootnote8anc&quot; href=&quot;#sdfootnote8sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;8&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; (Was soll man dazu sagen... Es ist ja nicht so, dass Zirkelschl&amp;uuml;sse f&amp;uuml;r die Religion untypisch w&amp;auml;ren.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal hat der Apologet Gl&amp;uuml;ck und es kommt ihm entgegen, dass die Textgrundlage schon vorsorglich &quot;bearbeitet&quot; wurde: durch Zus&amp;auml;tze zu oder &amp;Auml;nderungen von Textstellen&lt;a name=&quot;sdfootnote9anc&quot; REF=&quot;#sdfootnote9sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;9&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; und &amp;Uuml;bersetzungsf&amp;auml;lschungen&lt;a name=&quot;sdfootnote10anc&quot; href=&quot;#sdfootnote10sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;10&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; &amp;ndash; je nach politischer Lage. Abgesehen von der Frage, warum man gerade dieses Text-Konglomerat (&quot;Die&quot; Bibel) und nicht ein anderes zugrunde legen sollte, was Fox so treffend zusammenfasst: &quot;Aufgrund ihrer wirklich chaotischen Entstehungsgeschichte l&amp;auml;&amp;szlig;t sich in der Bibel keine Koh&amp;auml;renz ausmachen, die es rechtfertigen w&amp;uuml;rde, von einer &#039;biblischen&#039; Wahrheit zu sprechen. Nach einer &amp;uuml;ber tausendj&amp;auml;hrigen Entwicklung wurde schlie&amp;szlig;lich ein Kanon zusammengestellt, doch haben wir es nicht mit einem einheitlichen &#039;Werk&#039; zu tun. Die Vorstellung, man m&amp;uuml;sse von diesem Kanon ausgehen, um zu einem tieferen Verst&amp;auml;ndnis der Heiligen Schrift zu gelangen, ist ausgesprochen naiv.&quot;&lt;a name=&quot;sdfootnote11anc&quot; href=&quot;#sdfootnote11sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;11&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde Riggenmanns Apologetik nicht mit theologischer &quot;Auslegung&quot; begegnen, sondern mich auf die Interpretation der jeweiligen Aussagen beziehen, die auf dem historischen und geographischen Hintergrund sowie auf Parallelstellen und dem urspr&amp;uuml;nglichen Wortlaut des Texts beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&quot;Schutz&quot; als Nutzobjekte&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um vermeintlich &quot;tierfreundliche&quot; Bibelstellen zu finden, ist die g&amp;auml;ngigste Methode die Uminterpretation von Handlungen, die zur Erhaltung der nichtmenschlichen Tiere als Nutzobjekte der Menschen dienen, in &quot;Sorge&quot; oder &quot;Schutz&quot; der Tiere. Hier sind es die Erw&amp;auml;hnungen, Tiere zu tr&amp;auml;nken (Gen 24,14, 29,19; Ex 2,17) sowie sie essen zu lassen (Dt 25,4). Dabei vergisst die Beschr&amp;auml;nkung auf diese Details den Hintergrund: dass die Tiere nur aufgrund ihres Eigentumsstatus, der in diesen Textstellen nicht in Frage gestellt, sondern bekr&amp;auml;ftigt wird, &amp;uuml;berhaupt getr&amp;auml;nkt werden m&amp;uuml;ssen. F&amp;uuml;r die Tiere w&amp;auml;re es wohl besser, erst gar nicht in Gefangenschaft leben und getr&amp;auml;nkt werden zu &quot;m&amp;uuml;ssen&quot;, sondern frei zu leben und selbstst&amp;auml;ndig trinken zu k&amp;ouml;nnen. Sofern es in diesen Stellen &amp;uuml;berhaupt um die nichtmenschlichen Tiere geht: Ex 2,17 z.B. handelt nicht vom Bed&amp;uuml;rfnis der Schafe zu trinken, sondern von Rangeleien unter den Hirten, um das Wasser f&amp;uuml;r jeweils &lt;i&gt;&quot;ihre&quot;&lt;/i&gt; Tiere.&lt;a name=&quot;sdfootnote12anc&quot; href=&quot;#sdfootnote12sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;12&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Die anderen sind ihnen egal. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass auch nichtmenschliche Tiere &quot;Ruhe am Sabbat genie&amp;szlig;en&quot; (Ex 20,10, 23,12; Dt 5,14), hei&amp;szlig;t auch, dass sie sonst gebraucht werden k&amp;ouml;nnen, wie eben f&amp;uuml;r die Landwirtschaft erforderlich ist. Sie werden als Zugtiere missbraucht und werden, wenn sie nicht mehr verwendbar sind, get&amp;ouml;tet. Da die Menschen selbst am Sabbat nicht arbeiten d&amp;uuml;rfen, ist es ein bedeutungsloses Gebot, da die Tiere wohl kaum von alleine arbeiten w&amp;uuml;rden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleicherma&amp;szlig;en hei&amp;szlig;t, dass man Ochse und Esel nicht gemeinsam vor den Pflug spannen soll (Dt 22,10), auch, dass man es einzeln darf. Dass Ochse und Esel getrennt ausgenutzt werden soll, hat seine Bewandtnis wohl eher darin, dass Ochsen &quot;reine&quot; und Esel &quot;unreine&quot; Tiere sind&lt;a name=&quot;sdfootnote13anc&quot; href=&quot;#sdfootnote13sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;13&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; und die Reinheit auch der &quot;Ger&amp;auml;te&quot; schlie&amp;szlig;lich wichtig ist (vgl. Lev 11,32). So schnell entpuppt sich &quot;Tierschutz&quot; als egoistischer Purismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reichlich schief gelesen ist auch Dt 22,4, wenn es besagen soll, dass die &quot;j&amp;uuml;dische Agrarkultur das Mitgef&amp;uuml;hl mit Tieren&quot; lehre. Zum einen steht es deutlich im Kontext der gegenseitigen Hilfe der Menschen &amp;ndash; die nichtmenschlichen Tiere sind hier nur Objekte; zum anderen besagt der Vers, dass der Esel, der (wohl aus Ersch&amp;ouml;pfung) zusammengebrochen ist, wieder aufgerichtet werden soll. Daran, ihn ausruhen zu lassen oder zu entlasten, wird nicht gedacht (was wiederum lediglich eigenn&amp;uuml;tziger Tierschutz w&amp;auml;re).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die Gnade, in etwas anderem gekocht zu werden&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtig kreativ wird Riggenmann, wenn es an die Umdeutung schwieriger F&amp;auml;lle geht. &quot;Du sollst ein Zicklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.&quot; (Dt 14,21, auch Ex 23,19, 34,26) wird bei ihm zur Erinnerung &quot;bei jedem Essen daran, dass es sich bei Fleisch und Milch um Lebensmittel handelt, f&amp;uuml;r die Tiere sterben m&amp;uuml;ssen&quot;. Wie diese Assoziation zustande kommen soll, verr&amp;auml;t er leider nicht. Man wei&amp;szlig;, dass orthodoxe Juden wegen dieses Gebots nicht nur getrenntes Geschirr verwenden, sondern auch getrennte Herde, Sp&amp;uuml;len und Geschirrsp&amp;uuml;ler (scheinbar wacht Gott auch &amp;uuml;ber den Abwasch), von Erinnerungszeremonien ist dagegen nichts bekannt. Abgesehen davon, dass diese Erinnerung wieder einmal ein reichlich schwacher Trost f&amp;uuml;r die toten Tiere w&amp;auml;re. Andere Interpretationen sind wohl wahrscheinlicher: Das Verbot dient zur Abgrenzung von einer &quot;kanaanitischen Kultsitte&quot;.&lt;a name=&quot;sdfootnote14anc&quot; href=&quot;#sdfootnote14sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;14&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Der gleiche Fall liegt beim Verbot, lebenden Tieren St&amp;uuml;cke herauszuschneiden (was aus den Blut-Verboten herausinterpretiert wird), vor, war dies doch Brauch bei griechischen und &amp;auml;gyptischen Konkurrenzreligionen.&lt;a name=&quot;sdfootnote15anc&quot; href=&quot;#sdfootnote15sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;15&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Beide Male also religi&amp;ouml;se Grabenk&amp;auml;mpfe statt &#039;F&amp;uuml;rsorge&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lev 22,28 positiv zu deuten, weil man laut dieser Stelle &quot;ein Rind oder Schaf [...] nicht an einem Tag zugleich mit seinem Jungen schlachten [soll]&quot;, ist &amp;auml;hnlich grotesk. Es mag wundern, ob es die ewige Gl&amp;uuml;ckseligkeit eines Tieres ist, erst einen Tag sp&amp;auml;ter Gottes Barmherzigkeit durch das Messer zugef&amp;uuml;hrt zu werden (wie auch die ganze Passage voller Todesanweisung ist, vgl. V. 17-30). Naiverweise mag man jedenfalls dagegenhalten, dass die Tiere eventuell lieber ganz am Leben blieben. Wiederum abgesehen davon, dass die Textstelle keinerlei Hinweis auf eine solche Deutung nahelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Jom Kippur keine Lederschuhe zu tragen wird bei Riggenmann schnell zu einem &#039;Akt des Mitleids&#039;. Das ist etwas fragw&amp;uuml;rdig, wenn am gleichen Tag (und damit im gleichen Zusammenhang) ein Tier erst misshandelt und dann rituell geschlachtet wird (Kappore-Schlagen) und die traditionelle Speise am letzten Tag zuvor wiederum aus &amp;Uuml;berresten toter Tiere besteht (Kreplach). Zudem gibt es die logischere Erkl&amp;auml;rung, dass Lederkleidung Luxus war und deshalb abgelehnt wurde. Es w&amp;auml;re wiederum etwas d&amp;uuml;rftig, Tiere erst f&amp;uuml;r Leder zu t&amp;ouml;ten und ihre &amp;Uuml;berreste an 364 Tagen zu tragen, es jedoch an einem nicht zu tun, als &quot;Mitleid&quot; zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Versuch, die Sch&amp;auml;chtvorschrift als &quot;doch nicht ganz unsinnig&quot; zu bezeichnen, weil es ihretwegen keine Jagd gebe, vergisst, dass diese eindeutig motiviert ist: als theistischer Purismus. Es wundert, dass die Tora voller Gebote und Verbote ist, aber ein Jagdverbot (das daraus abgeleitet wird) sich nicht nicht deutlicher formulieren lie&amp;szlig;. Die Speisegesetze der Tora seien ein &quot;erstes Artenschutzgesetz der Menschheit&quot;, hei&amp;szlig;t es weiter. Abgesehen davon, dass Artenschutz wie Tierschutz anthropozentrisch ist, &amp;ndash; wie soll man Arten sch&amp;uuml;tzen, wenn man sie nach &amp;auml;u&amp;szlig;eren Merkmalen ausw&amp;auml;hlt (wie gespaltenen oder nicht-gespaltenen Hufen), statt nach der H&amp;ouml;he der Population? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Reinheit statt &quot;Veganismus&quot;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Greenwashing religi&amp;ouml;ser Texte geh&amp;ouml;rt auch die Behauptung, dass &quot;die erste von Gott verordnete Di&amp;auml;t eine rein vegane war&quot;. Die Textstelle sagt hingegen: &quot;[Ich] &amp;uuml;bergebe euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle B&amp;auml;ume mit samenhaltigen Fr&amp;uuml;chten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen&quot; (1. Mo 1,29). Von Gott &quot;verordnet&quot; ist hier nichts, es ist lediglich eine Zuweisung und &quot;[a]uf jeden Fall handelt es sich nicht um ein &#039;Speisegebot&#039;&quot;.&lt;a name=&quot;sdfootnote16anc&quot; href=&quot;#sdfootnote16sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;16&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Genauso wenig liest man bei Dan 1,3ff. etwas von einer &quot;rein pflanzliche[n] Ern&amp;auml;hrung&quot;. Es handelt sich &amp;ndash; wieder einmal &amp;ndash; um theistischen Purismus:&lt;a name=&quot;sdfootnote17anc&quot; href=&quot;#sdfootnote17sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;17&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; &quot;Daniel war entschlossen, sich nicht mit den Speisen und dem Wein der k&amp;ouml;niglichen Tafel unrein zu machen, und er bat den Oberk&amp;auml;mmerer darum, sich nicht unrein machen zu m&amp;uuml;ssen.&quot; (V. 8&amp;#160;) Dass er kein Fleisch isst, ist wesentlich logischer dadurch motiviert, dass es im dortigen Exil nicht koscher war. Und dass sich Daniel nicht &quot;verunreinigen&quot; will, kann man ihm nachsehen, die g&amp;ouml;ttliche Strafe bei s&amp;uuml;ndigem Verzehr unkoscherer Nahrung ist schlie&amp;szlig;lich nicht gering.&lt;a name=&quot;sdfootnote18anc&quot; href=&quot;#sdfootnote18sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;18&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Du sollst t&amp;ouml;ten (nur keine anderen Juden)&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sechste Gebot, &quot;Du sollst nicht morden&quot; (Ex 20,13), sei &quot;ja eigentlich nicht auf Menschen beschr&amp;auml;nkt&quot;. Riggenmann gibt keine weitere Begr&amp;uuml;ndung f&amp;uuml;r diese Erkenntnis. Nicht nur verwendet er eine fehlerhafte &amp;Uuml;bersetzung (&quot;t&amp;ouml;ten&quot; statt &quot;morden&quot;), sondern dieses Gebot beschr&amp;auml;nkt sich auch nicht nur ausschlie&amp;szlig;lich auf Menschen, sondern lediglich auf andere Juden. Es bedeutet nichts weiter als: du soll keinen anderen Juden ermorden. F&amp;uuml;r alle anderen Menschen (und anderen Tiere ohnehin) ist es nicht anwendbar.&lt;a name=&quot;sdfootnote19anc&quot; href=&quot;#sdfootnote19sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;19&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Andernfalls w&amp;auml;re es bereits kurz darauf wieder vergessen worden (Hexent&amp;ouml;tungsgebot, Ex 22,17)&lt;a name=&quot;sdfootnote20anc&quot; href=&quot;#sdfootnote20sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;20&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; und auch die direkt auf nichtmenschliche Tiere bezogenen Schlachtopfer (Ex 29,10-42, Lev 1,1-17 u.&amp;ouml;.) machen diese Ausweitung reichlich unplausibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jes 66,3 (&quot;Man opfert Rinder - und erschl&amp;auml;gt Menschen&quot;) wird als Nebeneinanderstellen von Menschen und anderen Tieren uminterpretiert, was auch in diesem Fall nur funktioniert, wenn man den Kontext ignoriert. Denn die Aufz&amp;auml;hlung geht weiter mit: &quot;man opfert Schafe &amp;ndash; und erw&amp;uuml;rgt Hunde; man bringt Speiseopfer dar &amp;ndash; und auch Schweineblut; man spendet Weihrauch &amp;ndash; und preist einen G&amp;ouml;tzen.&quot; Um die Wertigkeit von Tieren geht es nicht, stattdessen ist es eine Polemik gegen Priester in Form einer &quot;Beschuldigung [der] &amp;Uuml;bernahme fremdreligi&amp;ouml;ser Praktiken&quot;.&lt;a name=&quot;sdfootnote21anc&quot; href=&quot;#sdfootnote21sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;21&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Wieder einmal religi&amp;ouml;se Grabenk&amp;auml;mpfe statt des behaupteten &quot;Antispeziesismus&quot;. Noch mehr solcher Grabenk&amp;auml;mpfe findet sich bei Jesus&#039;&lt;a name=&quot;sdfootnote22anc&quot; href=&quot;#sdfootnote22sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;22&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; &quot;Randale[n]&quot; (Riggenmann) gegen den Tempel-Opferkult (Mk 11, Mt 21, Lk 19), bei denen er die Tierh&amp;auml;ndler (d.s. Taubenverk&amp;auml;ufer) hinauswirft.&lt;a name=&quot;sdfootnote23anc&quot; href=&quot;#sdfootnote23sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;23&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Wieder geht es nicht um die Tiere und ihre Interessen, sondern um die Wiederherstellung des &quot;wahren&quot; Kults.&lt;a name=&quot;sdfootnote24anc&quot; href=&quot;#sdfootnote24sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;24&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Besonders interessant in Bezug auf Jesus&#039; Achtung der Tiere ist, dass sich sein &quot;Zorn gerade gegen die Taubenverk&amp;auml;ufer richtete, denn die Tauben waren die Opfertiere der armen Leute (Lev 5,7 u.&amp;ouml;.). Wenn der Taubenpreis zu hoch war, war dies f&amp;uuml;r die Armen des Volkes ganz besonders einschneidend.&quot;&lt;a name=&quot;sdfootnote25anc&quot; href=&quot;#sdfootnote25sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;25&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Jesus st&amp;ouml;rte nicht das Feilbieten von Tauben zur Ermordung in einem l&amp;auml;cherlichen Ritual f&amp;uuml;r einen offenbar blutdurstigen Gott, sondern der hohe Preis. S&amp;auml;nke der Preis, h&amp;auml;tte das zur Folge, dass &lt;i&gt;mehr&lt;/i&gt; Tauben geopfert w&amp;uuml;rden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &quot;unspeziesistische[r] Hinweis&quot; auf die Folgen des Konsums toter Tiere sei Gen 9,5. Doch die Textstelle handelt nicht von Tieren als Nahrung, sondern von Gottes Herrschsucht, so wird hier &quot;Gottes unbedingtes Herrsein &amp;uuml;ber das Leben des Menschen zum Ausdruck [gebracht]&quot;.&lt;a name=&quot;sdfootnote26anc&quot; href=&quot;#sdfootnote26sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;26&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Die nichtmenschlichen Tiere betrifft es nur insoweit, als sie genauso wie die Menschen f&amp;uuml;r einen Mord von Gott bestraft werden (vgl. Ex 21,28), was besonders perfide ist, da nichtmenschliche Tiere mangels Reflexionsf&amp;auml;higkeit (genauso wie menschliche Kleinkinder) auch heutiger, aufgekl&amp;auml;rter Auffassung nicht als rechtsf&amp;auml;hig gelten w&amp;uuml;rden. Soviel zu &#039;Gottes Gerechtigkeit&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeblich schlie&amp;szlig;e Gott in Gen 9,10 einen &quot;Bund&quot; oder &quot;Vertrag&quot; mit den Tieren. Dazu f&amp;auml;llt dem aufmerksamen Leser als erstes ein, dass das ein wenig sp&amp;auml;t k&amp;auml;me, hat Gott in seiner G&amp;uuml;te doch kurz zuvor fast alle menschlichen und nichtmenschlichen Tiere durch die Flut ausgerottet (Gen 6,7, 7,21). Und auch hier handelt der Text davon, &quot;da&amp;szlig; Gott Noah und allen mit ihm aus der Arche gekommenen Lebewesen eine Zusage gib, nicht aber davon, da&amp;szlig; er mit ihnen einen Bund schlie&amp;szlig;t&quot;.&lt;a name=&quot;sdfootnote27anc&quot; href=&quot;#sdfootnote27sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;27&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bundschluss soll in Hos 2,20 vorliegen. Es sollte auffallen, dass dies nur auf &quot;Tiere des Feldes&quot;, V&amp;ouml;gel und &quot;alle[s], was auf dem Erdboden kriecht&quot; beschr&amp;auml;nkt ist. Alles Tiere, die die Landwirtschaft der Bev&amp;ouml;lkerung potenziell &quot;sch&amp;auml;digen&quot;.&lt;a name=&quot;sdfootnote28anc&quot; href=&quot;#sdfootnote28sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;28&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Die Tiere, die die Menschen selbst ausbeuten, werden vorsorglich ausgenommen. Auch hier eigenn&amp;uuml;tzige wirtschaftliche Vorteilssicherung statt Gerechtigkeit gegen&amp;uuml;ber Tieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Tiere aufgrund Num 22,32 &quot;human&quot; behandelt werden sollen, w&amp;auml;re nicht nur typischer tierrechtsfeindlicher Tierschutz und damit typisch speziesistisch, sondern geht auch hier nicht aus der Stelle hervor. In dieser fehlt jede Formulierung, die berechtigen w&amp;uuml;rde, dass es als verallgemeinernde Behandlung von nichtmenschlichen Tieren auslegbar w&amp;auml;re.&lt;a name=&quot;sdfootnote29anc&quot; href=&quot;#sdfootnote29sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;29&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Und man muss sich fragen, wieso Gott die Eselin von Bileam pr&amp;uuml;geln l&amp;auml;sst, nur weil dieser begriffsstutzig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter dient Spr 12,10 (&quot;Der Gerechte wei&amp;szlig;, was sein Vieh braucht, / doch das Herz der Frevler ist hart.&quot;) als vermeintlicher Beleg. Auch in diesem Fall ist der Kommentar eindeutig: Es geht (wieder einmal) nicht um die ethische Behandlung von nichtmenschlichen Tieren um ihrer selbst willen, sondern darum, dass &quot;das Verhalten der Frevler auf eine Selbstsch&amp;auml;digung hinauslaufen&quot; w&amp;uuml;rde.&lt;a name=&quot;sdfootnote30anc&quot; href=&quot;#sdfootnote30sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;30&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Wiederum nur nomadisches Eigeninteresse. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Pred 3,19 (&quot;Denn jeder Mensch unterliegt dem Geschick und auch die Tiere unterliegen dem Geschick. Sie haben ein und dasselbe Geschick. Wie diese sterben, so sterben jene. Beide haben ein und denselben Atem. Einen Vorteil des Menschen gegen&amp;uuml;ber dem Tier gibt es da nicht. Beide sind Windhauch.&quot;) wird zu einer Aussage &amp;uuml;ber das Machtverh&amp;auml;ltnis zwischen beiden uminterpretiert. Wiederum ist in der Textstelle keine Rede davon. Dass sowohl menschliche wie nichtmenschliche Tiere sterben, ist eine blo&amp;szlig; allgemeine Feststellung. F&amp;uuml;r Anleitungen, wie sie zueinander stehen, eignet es sich nicht.&lt;a name=&quot;sdfootnote31anc&quot; href=&quot;#sdfootnote31sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;31&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sch&amp;ouml;ne Zukunft (auch f&amp;uuml;r nichtmenschliche Tiere) soll Jes 11,6 versprechen. Zu finden davon ist wenig: &quot;Kalb und L&amp;ouml;we weiden zusammen, / ein kleiner Knabe kann sie h&amp;uuml;ten.&quot; Die Frage der menschlichen Unterdr&amp;uuml;ckung von nichtmenschlichen Tieren (hier durch Hirten) wird eindeutig bejaht. Die Herrschaft wird sogar erweitert, da die &quot;gef&amp;auml;hrlichen&quot; Tiere (L&amp;ouml;we, Wolf, Schlange usw.) unsch&amp;auml;dlich gemacht sind (vgl. auch Lev 26,6) und nun selbst &#039;schwache&#039; Menschen die Aufgabe der Unterdr&amp;uuml;ckung ausf&amp;uuml;hren k&amp;ouml;nnen. Wenn die Tatsache, dass selbst in der glorreichen Zukunft nichtmenschliche Tiere noch keine Rechte haben, sondern weiterhin unter der ausnutzenden Herrschaft des Menschen stehen, &lt;i&gt;f&amp;uuml;r&lt;/i&gt; die j&amp;uuml;dischen Texte sprechen soll, ist das ein wenig abwegig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst wenn man einen besseren Stand der nichtmenschlichen Tiere in der &quot;paradiesischen&quot; Zukunft anhand dieser Stellen annehmen w&amp;uuml;rde, muss man sich fragen, wieso Gott bzw. die j&amp;uuml;dischen Texten es nicht fertig bringen, den Tieren sofort zu helfen. F&amp;uuml;r dieses Sofort reicht es zu kaum mehr als dem &amp;uuml;berw&amp;auml;ltigenden Trost, nicht in der Milch seiner Mutter, sondern in etwas anderem gekocht zu werden. So verwunderlich ist diese Strategie andererseits nat&amp;uuml;rlich nicht. Jenseitsvertr&amp;ouml;stungen sind bekanntlich eine beliebte Methode der meisten Religionen, ohne Aufwand leere Versprechungen zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&quot;Freude und Frohsinn, Rindert&amp;ouml;ten und Schafeschlachten&quot; (Jes 22,13)&quot;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der umfangreichen Apologetik blieben noch etliche blutr&amp;uuml;nstige Tora-Stellen &amp;uuml;brig. Eine Auswahl:&lt;a name=&quot;sdfootnote32anc&quot; href=&quot;#sdfootnote32sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;32&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Gottes Bet&amp;auml;tigung als K&amp;uuml;rschner (Gen 3,21), sein Verschm&amp;auml;hen pflanzlicher Opfergaben zugunsten von toten Tieren (Gen 4,3-5), Noahs eifrige Tieropferung (Gen 8,20), die &quot;Plage&quot; der Ermordung aller nichtmenschlichen Tiere &amp;ndash; gleich in drei Varianten: Ex 9,1 (die meisten &quot;Nutztiere&quot;), 9,22 (alle Tiere), 11,4 (alle erstgeborenen Tiere) &amp;ndash;, die zahlreichen Aufforderung Tiere als Opfer zu t&amp;ouml;ten (von obigen Beispielen abgesehen au&amp;szlig;erdem: Esel bzw. Schaf zu opfern oder ihnen das Genick zu brechen (Ex 13,13 bzw. 34,20), eine unschuldige Kuh t&amp;ouml;ten (Dt 21,4), ein Schaf bzw. eine Ziege t&amp;ouml;ten (Lev 5,6) usw. usf.&lt;a name=&quot;sdfootnote33anc&quot; href=&quot;#sdfootnote33sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;33&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt;) oder das Prahlen mit gro&amp;szlig;er Anzahl auszunutzender Tiere (Ijob 1,3, in 42,12 verdoppelt; Gen 32,15f.; Num 31,32ff.; Esra 2,66f.). Es sieht so aus, als w&amp;uuml;rden sich die Apologeten eher die bequemen Textstellen heraussuchen (denn bei den eben genannten sind die Aufforderungen der Bibel unangenehm konkret), um so den Anschein zu erwecken, man habe sich mit den Widerspr&amp;uuml;chen auseinandergesetzt. Die Texte als tierfreundlich darzustellen &amp;ndash; selbst wenn man die &quot;positiven&quot; Stellen akzeptierte &amp;ndash;, wird von diesen Stellen deutlicher zunichte gemacht. Dieser Widerspruch ist unaufl&amp;ouml;sbar. Von den W&amp;uuml;sten- bzw. Wandernomaden (die je nach klimatischer Situation auch kurzzeitig sesshaft waren)&lt;a name=&quot;sdfootnote34anc&quot; href=&quot;#sdfootnote34sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;34&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; kann man nichts anderes erwarten, als das, was man vorfindet: Geringsch&amp;auml;tzung, Abwertung, Brutalit&amp;auml;t und Grausamkeit gegen&amp;uuml;ber den Tieren, was nur dort relativiert wird, wo es ihr Eigeninteresse, die Tiere als Eigentum und Nutzobjekte nicht unn&amp;ouml;tig zu sch&amp;auml;digen, betrifft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&quot;Aber es sind doch blo&amp;szlig; H&amp;uuml;hner&quot;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nicht-biblische Belege nennt Riggenmann, der Judaismus w&amp;auml;re aufgrund seiner suggerierten &quot;Tierfreundlichkeit&quot; von den Nationalsozialisten verfolgt worden. Einen Beleg bringt er nicht, da es keinen gibt. Wie wir im Artikel ausgef&amp;uuml;hrt haben, haben die Nazis Tierversuche und Sch&amp;auml;chten als Methoden der Diskriminierung von Juden verbieten lassen und sich ihres Tierschutzgesetzes ger&amp;uuml;hmt.&lt;a name=&quot;sdfootnote35anc&quot; href=&quot;#sdfootnote35sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;35&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Die Juden wurden als Tierqu&amp;auml;ler, nicht als Tiersch&amp;uuml;tzer bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riggenmanns Echauffieren dar&amp;uuml;ber, dass Christen manche Tiere umdefinieren (Schildkr&amp;ouml;ten in Fische), um ihren Speisegesetze nicht zuwider zu laufen, geht ins Leere, ist Schweinefleisch doch bei Juden unter Decknamen wie &quot;niederes Rind&quot; bekannt.&lt;a name=&quot;sdfootnote36anc&quot; href=&quot;#sdfootnote36sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;36&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Beleg gegen und nicht f&amp;uuml;r die Gleichg&amp;uuml;ltigkeit gegen&amp;uuml;ber Tieren von j&amp;uuml;discher Seite ist der Hinweis auf den dritten Teil in Charles Pattersons &quot;Eternal Treblinka&quot; (das &amp;uuml;brigens von j&amp;uuml;dischen Organisationen vehement abgelehnt wird). Die dort angef&amp;uuml;hrten Sinneswandlungen der Personen gehen auf Auseinandersetzung mit der Behandlung von Tieren zur&amp;uuml;ck, nicht auf die Religion oder die religi&amp;ouml;sen Texte. Im Gegenteil: Es wird beklagt, dass von j&amp;uuml;discher Seite keine Initiative in dieser Frage aufkommt;&lt;a name=&quot;sdfootnote37anc&quot; href=&quot;#sdfootnote37sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;37&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; und deutlich wird die Gleichg&amp;uuml;ltigkeit von Seiten der Religion auch an der Stelle, wo eine J&amp;uuml;din &amp;ndash; die wohl kaum weniger j&amp;uuml;disch ist als ihr Gegen&amp;uuml;ber &amp;ndash; auf eine Massentierhaltung mit den f&amp;uuml;r Speziesisten unabh&amp;auml;ngig ihrer Religion typischen Worten reagiert: &quot;Aber es sind doch blo&amp;szlig; H&amp;uuml;hner&quot;.&lt;a name=&quot;sdfootnote38anc&quot; href=&quot;#sdfootnote38sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;38&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass &quot;die Vegetarierquote des Staates Israel [..] heute weltweit die zweith&amp;ouml;chste nach der Indiens&quot; sei, ist zum einen fraglich,&lt;a name=&quot;sdfootnote39anc&quot; href=&quot;#sdfootnote39sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;39&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; vor allem aber w&amp;auml;re dies nicht auf die Religion zur&amp;uuml;ckzuf&amp;uuml;hren. Genau wie in anderen westlichen, post-industriellen L&amp;auml;ndern korreliert die gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Anzahl an Vegetariern mit dem h&amp;ouml;heren Einkommen und der besseren Bildung dieser L&amp;auml;nder (was genauso auf Gro&amp;szlig;britannien oder die Schweiz zutrifft).&lt;a name=&quot;sdfootnote40anc&quot; href=&quot;#sdfootnote40sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;40&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Viel interessanter w&amp;auml;re das Verh&amp;auml;ltnis zwischen orthodoxen und reformierten Juden. Allein aufgrund der Feiertage, bei denen Tiermord dazu geh&amp;ouml;rt, kann man vermuten, dass der Anteil unter den reformierten h&amp;ouml;her ist als unter den orthodoxen, mit anderen Worten: dass die Ethik zunimmt, wenn die Religiosit&amp;auml;t abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Fazit&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob Tora, Neues Testament, Koran oder Veden &amp;ndash; man kann praktisch alles aus allem ableiten, wenn man die passenden Stellen herauspickt, st&amp;ouml;renden Kontext wegl&amp;auml;sst bzw. sie richtig &quot;auslegt&quot;, falls der Wortlaut gerade nicht passt, und alle Widerspr&amp;uuml;che gekonnt ignoriert. Zitate aus heiligen Texten sind ein Selbstbedienungsladen, aus dem sich Gl&amp;auml;ubige nehmen, was sie brauchen. Vielleicht muss man es ihnen nachsehen. Es ist schon nicht einfach, Jahrtausende oder Jahrhunderte alte Texte nomadischer und agrarischer Stammeskulturen aus der Bronze- und Eisenzeit an unser heutiges Leben anzupassen. Ansonsten m&amp;uuml;ssten diese Texte als das angesehen werden, was sie sind: sch&amp;auml;dlich oder bestenfalls v&amp;ouml;llig belanglos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Selbstbedienungsladen in diesem Fall sieht so aus (wenn nicht anders angegeben, alles oben diskutierte Beispiele): Die angebliche Ber&amp;uuml;cksichtigung der Tiere in Jona 4,11 wird von Riggenmann als relevant erachtet, genau die gleiche Situation, nur mit gegenteiliger Aussage, in Jos 6,21, ist dagegen nicht erw&amp;auml;hnenswert. Dass Maimonides das Mordgebot Lev 22,28 positiv umdeutet, ist erw&amp;auml;hnenswert, dass derselbe beim Fleisch/Milch-Verbot eine &quot;humanit&amp;auml;re&quot; Auslegung ablehnt, wiederum nicht.&lt;a name=&quot;sdfootnote41anc&quot; href=&quot;#sdfootnote41sym&quot;&gt;&lt;sup&gt;41&lt;/sup&gt;&lt;/a&gt; Dass Tieropfer bei den meisten Juden abgeschafft sind, muss gesagt sein, dass es daf&amp;uuml;r keine Berechtigung gebe, w&amp;uuml;rden sie ihre eigenen Texte ernst nehmen, ist nebens&amp;auml;chlich. Num 22,32 wird betont, Num 31,14 weggelassen. Wie gesagt: Eklektizismus auf allen Ebenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist die Tora beim Umgang mit nichtmenschlichen Tieren recht eindeutig: aller &quot;Schutz&quot; geht nie &amp;uuml;ber Ma&amp;szlig;nahmen zur Bewahrung der Tiere als Eigentum (Nutzobjekte) hinaus &amp;ndash; so wie man es von Nomaden erwarten w&amp;uuml;rde. Alle diese Handlungen dienen einzig und allein der &quot;Sorge&quot;, dass der Materialwert der Tiere erhalten bleibt, denn tote, kranke oder geschw&amp;auml;chte Tiere, waren f&amp;uuml;r die Nomaden weniger n&amp;uuml;tzlich. Der &quot;Schutz&quot; entspricht dem, ein Auto in die Garage zu stellen, um den Nutzwert zu schonen; und es zu verschrotten, wenn es seinen Wert verloren bzw. Aufgabe erf&amp;uuml;llt hat. Die religi&amp;ouml;sen Gr&amp;uuml;nde daf&amp;uuml;r, bestimmte tierliche Nahrung nicht zu konsumieren, sind durchweg durch Reinheitsvorstellungen und damit rein egozentrisch bedingt. Dagegen sind die Aufforderungen zum &quot;Tiermissbrauch&quot; absolut eindeutig und er geschah bis zur Aufkl&amp;auml;rung immer wegen, nicht trotz der Bibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die j&amp;uuml;dischen Texte &amp;ndash; wie praktisch alle religi&amp;ouml;sen Texte &amp;ndash; sind angef&amp;uuml;llt mit Aussagen &amp;uuml;ber die Minderwertigkeit und Geringsch&amp;auml;tzung nichtmenschlicher Tiere. Die Stellen, die sich vermeintlich positiv &amp;uuml;ber nichtmenschliche Tiere &amp;auml;u&amp;szlig;ern, kommen &amp;ndash; wie bei allen religi&amp;ouml;sen Texten &amp;ndash; nicht &amp;uuml;ber anthropozentrische Eigennutzfunktionen hinaus. Jede Form der Enthaltung von Tierprodukten basiert &amp;ndash; wie bei praktisch allen Religionen &amp;ndash; auf asketisch-karmischem Purismus, nicht auf ethischer Ber&amp;uuml;cksichtigung der Tiere selbst. Es bleibt zu wiederholen, was bereits festgestellt wurde: Es kann keine Freiheit der Tiere von menschlicher Unterdr&amp;uuml;ckung geben, ohne Freiheit der Menschen von Religion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;hr /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;font size=-1&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote1&quot;&gt; &lt;a name=&quot;sdfootnote1sym&quot; href=&quot;#sdfootnote1anc&quot;&gt;1&lt;/a&gt; Vgl. St&amp;ouml;&amp;szlig;er/P&amp;auml;tzold: Fleisch, in dem noch Blut ist, Online-Version (&lt;a href=&quot;http://antispe.de/txt/blut.html&quot;&gt;http://antispe.de/txt/blut.html&lt;/a&gt;), Abschnitt &quot;Sch&amp;auml;chten und Tierschutz&quot;. Auf die umfangreichere Online-Version wurde hingewiesen, siehe dasselbe, in: MIZ 39/1 (2010), S. 19-22, hier S. 22.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote2&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote2sym&quot; href=&quot;#sdfootnote2anc&quot;&gt;2&lt;/a&gt; Singer benutzt den Begriff nur der Einfachheit halber, doch eigentlich sei die &quot;Redeweise von Rechten [...] in keiner Weise notwendig&quot; (Peter Singer: Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere, Reinbek bei Hamburg 1996, S. 37). Das m&amp;uuml;sste Riggenmann wissen, zitiert er Singer doch selbst an anderer Stelle (Konrad Riggenmann: Jesus. Vom Mi&amp;szlig;brauch des Menschensohns, Wien-Klosterneuburg 2009, S. 137). Dabei geht es hier nicht nur um den begrifflichen Gebrauch des Wortes &quot;Recht&quot;. Singer ist der Meinung, Tiere &quot;schmerzfrei&quot; zu t&amp;ouml;ten sei in Ordnung, obwohl dies gegen ein elementares Recht, das Recht auf Leben, verst&amp;ouml;&amp;szlig;t. Er ist gegen &quot;Massentierhaltung&quot;, aber f&amp;uuml;r sog. Alternativhaltungen und damit eindeutig Tiersch&amp;uuml;tzer, kein Tierrechtler. S.a. &lt;a href=&quot;http://tierrechtsforen.de/petersinger&quot;&gt;http://tierrechtsforen.de/petersinger&lt;/a&gt;.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote3&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote3sym&quot; href=&quot;#sdfootnote3anc&quot;&gt;3&lt;/a&gt; Was in der Tat die erste Bedeutung ist, wie sie in den W&amp;ouml;rterb&amp;uuml;chern angegeben ist, vgl. Lagenscheidt W&amp;ouml;rterbuch Lateinisch &amp;ndash; Deutsch, M&amp;uuml;nchen 2008, S. 687,1; Pons W&amp;ouml;rterbuch f&amp;uuml;r Schule und Studium Latein-Deutsch, 3. neu bearb. Aufl., Stuttgart 2003, S. 786,1; Ausf&amp;uuml;hrliches Lateinisch-Deutsches Handw&amp;ouml;rterbuch, ausgearb. von K. E. Georges, Nachdruck 1992, Bd. 2, S. 2295,1.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote4&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote4sym&quot; href=&quot;#sdfootnote4anc&quot;&gt;4&lt;/a&gt; Dreizehn Bedeutungen in Pons (a.a.O., S. 785,2-786,1), zw&amp;ouml;lf nahezu identische in Lagenscheidt (a.a.O., S. 686,2-687,1).&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote5&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote5sym&quot; href=&quot;#sdfootnote5anc&quot;&gt;5&lt;/a&gt; Langenscheidt, a.a.O., Bedeutung 5 und 11.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote6&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote6sym&quot; href=&quot;#sdfootnote6anc&quot;&gt;6&lt;/a&gt; Georges, a.a.O., Bedeutung B2b.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote7&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote7sym&quot; href=&quot;#sdfootnote7anc&quot;&gt;7&lt;/a&gt; Pons, a.a.O.: 4. religi&amp;ouml;ses Gef&amp;uuml;hl, Religiosit&amp;auml;t, Gottesfurcht, Fr&amp;ouml;mmigkeit; 6. Religion, Gottesverehrung, Glaube an Gott; 7. Gottesdienst; religi&amp;ouml;se Einrichtungen, Br&amp;auml;uche, Kult; das Heilige, Heiligkeit einer Ps. oder Sache; 9. heilige Verpflichtung, Eid; 10. Heiligtum, Kultbild, G&amp;ouml;tterbild, Glaubenssatz, heiliges Amt.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote8&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote8sym&quot; href=&quot;#sdfootnote8anc&quot;&gt;8&lt;/a&gt; John Shelby Spong: Die S&amp;uuml;nden der Heiligen Schrift. Wie die Bibel zu lesen ist, D&amp;uuml;sseldorf 2007. Weiteres Beispiel f&amp;uuml;r christliche Apologetik bei Franz	Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann, Aschaffenburg 2004, S. 225-254.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote9&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote9sym&quot; href=&quot;#sdfootnote9anc&quot;&gt;9&lt;/a&gt; Ein paar Beispiele bei Bart D. Ehrman: Abgeschrieben, falsch zitiert und missverstanden. Wie die Bibel wurde, was sie ist, G&amp;uuml;tersloh 2008, S. 154-160.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote10&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote10sym&quot; href=&quot;#sdfootnote10anc&quot;&gt;10&lt;/a&gt; Ein paar Beispiele bei Karlheinz Deschner: Der gef&amp;auml;lschte Glaube. Eine kritische Betrachtung kirchlicher Lehren und ihrer historischen Hintergr&amp;uuml;nde, M&amp;uuml;nchen 2004, S. 26f.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote11&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote11sym&quot; href=&quot;#sdfootnote11anc&quot;&gt;11&lt;/a&gt; Robin Lane Fox: Die Geheimnisse der Bibel richtig entschl&amp;uuml;sselt. Legende und Wahrheit in der Bibel, Augsburg 2000, S. 201.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote12&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote12sym&quot; href=&quot;#sdfootnote12anc&quot;&gt;12&lt;/a&gt; Werner	H. Schmidt: Exodus 1-6 (= Biblischer Kommentar Altes Testament, Bd. 2.1), Neukirchen-Vluyn 1988, S. 93.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote13&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote13sym&quot; href=&quot;#sdfootnote13anc&quot;&gt;13&lt;/a&gt; So auch William MacDonald: Kommentar zum Alten Testament (&amp;uuml;bersetzt von Christiane Eichler),	Bielefeld 2005, S. 213,2.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote14&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote14sym&quot; href=&quot;#sdfootnote14anc&quot;&gt;14&lt;/a&gt; Franz Kogler (Hg.): Herders neues Bibellexikon, Freiburg/B. 2008, S. 521. So auch MacDonald, a.a.O., S. 110,1, 206,2. Auch andere Apologeten dieser Stelle wie Othmar Keel: Das B&amp;ouml;cklein in der Milch seiner Mutter und Verwandtes (= Orbis Biblicus et Orientalis, Bd. 33), G&amp;ouml;ttingen 1980,	betonten (unbewusst?) nur immer wieder, wie n&amp;uuml;tzlich es f&amp;uuml;r den Menschen ist (ebd., S. 52).&lt;br /&gt;
&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote15&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote15sym&quot; href=&quot;#sdfootnote15anc&quot;&gt;15&lt;/a&gt; Keel, a.a.O., S. 30-32.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote16&quot;&gt;	&lt;a name=&quot;sdfootnote16sym&quot; href=&quot;#sdfootnote16anc&quot;&gt;16&lt;/a&gt; Claus	Westermann: Genesis 1-11 (= Biblischer Kommentar Altes Testament, Bd. 1.1), 3. Aufl., Neukirchen-Vluyn 1983, S. 223.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote17&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote17sym&quot; href=&quot;#sdfootnote17anc&quot;&gt;17&lt;/a&gt; So, wenn auch mit anderen Worten, Rolf Rendtorff: Das Alte Testament. Eine Einf&amp;uuml;hrung, 6. Aufl., Neukirchen-Vluyn 2001, S. 287.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote18&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote18sym&quot; href=&quot;#sdfootnote18anc&quot;&gt;18&lt;/a&gt; Auch hierauf steht (zur Abwechslung?) die Todesstrafe, vgl. St&amp;ouml;&amp;szlig;er/P&amp;auml;tzold, a.a.O. (Online-Version), Anm.	 34.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote19&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote19sym&quot; href=&quot;#sdfootnote19anc&quot;&gt;19&lt;/a&gt; F&amp;uuml;r das hier verwendete hebr&amp;auml;ische Verb &lt;i&gt;rsh&lt;/i&gt; sind immer nur	Menschen, niemals andere Tiere die Objekte.	&quot;Das T&amp;ouml;ten im Krieg, aber auch die Selbstt&amp;ouml;tung und das Schlachten von Tieren, die ohnehin nie als Objekt des Verbs erscheinen, liegen au&amp;szlig;erhalb des Horizonts diese Verbots, da der Dekalog das Verhalten der Jud&amp;auml;er untereinander regelt. [...] Mit dem T&amp;ouml;tungsverbot des Dekalogs kann man also keine vegetarische Lebensweise begr&amp;uuml;nden, auch nicht gegen die Todesstrafe vorgehen oder den Frieden zwischen den V&amp;ouml;lkern bef&amp;ouml;rdern.&quot; (Mattias K&amp;ouml;ckert: Die zehn Gebote, M&amp;uuml;nchen 2007, S. 76f.; sowie Frank-Lothar Hossfeld: &quot;Du sollst nicht t&amp;ouml;ten!&quot; Das f&amp;uuml;nfte Dekaloggebot im Kontext alttestamentlicher Ethik, Stuttgart 2003, S. 19, 22-24).&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote20&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote20sym&quot; href=&quot;#sdfootnote20anc&quot;&gt;20&lt;/a&gt; Von den anderen Mordaufrufen in der Tora abgesehen (Gen 19,24f.; Ex 12,29, 32,27-29; Lev 20,13; Num 31,14-18; Dt 21,18-21, 22,23f. u.&amp;ouml;.).&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote21&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote21sym&quot; href=&quot;#sdfootnote21anc&quot;&gt;21&lt;/a&gt; Peter H&amp;ouml;ffken: Das Buch Jesaja. Kapitel 40-66 (= Neuer Stuttgarter Kommentar Altes Testament, Bd. 18.2), Stuttgart 1998, S. 247f.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote22&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote22sym&quot; href=&quot;#sdfootnote22anc&quot;&gt;22&lt;/a&gt; Mir ist bewusst, dass &quot;Jesus&quot; eigentlich anders dekliniert wird, ich w&amp;uuml;sste jedoch nicht, wieso ich diesen Sonderstatus akzeptieren sollte.&lt;br /&gt;
&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote23&quot;&gt;	&lt;a name=&quot;sdfootnote23sym&quot; href=&quot;#sdfootnote23anc&quot;&gt;23&lt;/a&gt; Eine Stelle im Neuen Testament, die Riggenmann als &quot;wohl authentisch&quot; bezeichnet. Bei all den Widerspr&amp;uuml;chen und der historischen Fragw&amp;uuml;rdigkeit (vgl. Deschner, a.a.O., S. 17-22, 27-32), eine sehr mutige Annahme. Auch meint er, es sei &quot;unklar&quot;, ob Jesus &quot;Vegetarier war&quot;. Das Umbringen von Sechstausend Schweinen (Mt 8,28-32; Mk 5,2-13; Lk 8,26-33) war wahrscheinlich &quot;vegetarisch&quot;, da er sie schlie&amp;szlig;lich nicht gegessen hat (im Gegensatz zu einem durchaus unvegetarischen Fisch,	vgl. Lk 24,42f.).&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote24&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote24sym&quot; href=&quot;#sdfootnote24anc&quot;&gt;24&lt;/a&gt; Ulrich Luz: Das Evangelium nach Matth&amp;auml;us (= EKK. Evangelisch-katholischer Kommentar zum Neuen Testament, Bd. 1.3), Z&amp;uuml;rich [u.a.] 1997, S. 185f. Dort auch andere (jedoch niemals auf die Tiere) bezogene Theorien.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote25&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote25sym&quot; href=&quot;#sdfootnote25anc&quot;&gt;25&lt;/a&gt; Ebd.,	S. 187.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote26&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote26sym&quot; href=&quot;#sdfootnote26anc&quot;&gt;26&lt;/a&gt; Westermann, a.a.O., S. 624.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote27&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote27sym&quot; href=&quot;#sdfootnote27anc&quot;&gt;27&lt;/a&gt; Ebd.,	S. 631. Riggenmann verweist auch auf Gen 18,25, wo jedoch weder von einem Vertrag noch von Tieren die Rede ist.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote28&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote28sym&quot; href=&quot;#sdfootnote28anc&quot;&gt;28&lt;/a&gt; Hans Walter Wolff: Dodekapropheton 1 Hosea (= Biblischer Kommentar Altes Testament, Bd. 14.1), 3. verb. Aufl., Neukirchen-Vluyn 1976, S. 62.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote29&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote29sym&quot; href=&quot;#sdfootnote29anc&quot;&gt;29&lt;/a&gt; Dementsprechend gibt es keinerlei derartige Erw&amp;auml;hnung im Kommentar (Horst Seebass: Numeri 22,2-36,13 (= Biblischer Kommentar Altes Testament, Bd. 4.3), Neukirchen-Vluyn 2007, S. 78).&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote30&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote30sym&quot; href=&quot;#sdfootnote30anc&quot;&gt;30&lt;/a&gt; Otto Pl&amp;ouml;ger: Spr&amp;uuml;che Salomos (Proverbia) (= Biblischer Kommentar Altes Testament, Bd. 17), Neukirchen-Vluyn 1984, S. 150.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote31&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote31sym&quot; href=&quot;#sdfootnote31anc&quot;&gt;31&lt;/a&gt; Dementsprechend wenden sich Exegeten auch ausdr&amp;uuml;cklich gegen eine Gleichstellung, vgl. MacDonald, a.a.O., S. 886,1.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote32&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote32sym&quot; href=&quot;#sdfootnote32anc&quot;&gt;32&lt;/a&gt; Siehe auch Achim St&amp;ouml;&amp;szlig;er: Wie Bibeln und Christen zu Nichtmenschen stehen. Teil 1: Furcht und Schrecken sei &amp;uuml;ber allen Tieren, Online-Version &lt;a href=&quot;http://antispe.de/txt/furchtundschrecken.html&quot;&gt;http://antispe.de/txt/furchtundschrecken.html&lt;/a&gt;.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote33&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote33sym&quot; href=&quot;#sdfootnote33anc&quot;&gt;33&lt;/a&gt; Weitere Auswahl: Ex 29,1ff.; Lev 1,1ff., 6,1ff., 8,1ff.; Num 15,1ff.; Ez 45,1ff.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote34&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote34sym&quot; href=&quot;#sdfootnote34anc&quot;&gt;34&lt;/a&gt; Zu den historischen Hintergr&amp;uuml;nden siehe Israel Finkelstein, Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die arch&amp;auml;ologische Wahrheit &amp;uuml;ber die Bibel, Sonderausgabe, M&amp;uuml;nchen 2006, u.a. S. 116, 129, 133.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote35&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote35sym&quot; href=&quot;#sdfootnote35anc&quot;&gt;35&lt;/a&gt; Dass sie selbst nicht besser waren, darauf sind wir eingegangen, vgl. St&amp;ouml;&amp;szlig;er/P&amp;auml;tzold, a.a.O., S. 21.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote36&quot;&gt;	&lt;a name=&quot;sdfootnote36sym&quot; href=&quot;#sdfootnote36anc&quot;&gt;36&lt;/a&gt; Vgl. St&amp;ouml;&amp;szlig;er/P&amp;auml;tzold, a.a.O. (Online-Version), Anm. 44.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote37&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote37sym&quot; href=&quot;#sdfootnote37anc&quot;&gt;37&lt;/a&gt; Charles Patterson: &quot;F&amp;uuml;r die Tiere ist jeden Tag Treblinka.&quot; &amp;Uuml;ber die Urspr&amp;uuml;nge des industrialisierten T&amp;ouml;tens, Frankfurt/M. 2001, S. 176.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote38&quot;&gt;&lt;a name=&quot;sdfootnote38sym&quot; href=&quot;#sdfootnote38anc&quot;&gt;38&lt;/a&gt; Ebd., S. 185. Das h&amp;auml;tte Riggenmann wissen m&amp;uuml;ssen, zitiert er diesen Passus doch selbst an anderer Stelle (vgl. Riggenmann, a.a.O., S. 146).&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote39&quot;&gt; &lt;a name=&quot;sdfootnote39sym&quot; href=&quot;#sdfootnote39anc&quot;&gt;39&lt;/a&gt; Nach dieser Statistik: &lt;a href=&quot;http://www.euroveg.eu/lang/en/info/howmany.php&quot;&gt;http://www.euroveg.eu/lang/en/info/howmany.php&lt;/a&gt; [16.08.2010], sind die der Schweiz und Deutschlands h&amp;ouml;her. Das kann angezweifelt werden, andere Statistiken k&amp;ouml;nnen es jedoch genauso.&lt;br /&gt;
&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote40&quot;&gt;	&lt;a name=&quot;sdfootnote40sym&quot; href=&quot;#sdfootnote40anc&quot;&gt;40&lt;/a&gt; So wie die Quote in Indien an der Nicht-Verf&amp;uuml;gbarkeit von &quot;Fleisch&quot; h&amp;auml;ngt. Die, denen es zur Verf&amp;uuml;gung steht, entfernen sich zunehmend von den religi&amp;ouml;sen Vorschriften (die aus &amp;ouml;konomischen, nicht aus &quot;tiersch&amp;uuml;tzerischen&quot; Gr&amp;uuml;nden erlassen wurden). Dazu kommt, dass Vegetarismus generell kein sehr guter Gradmesser ist, da er oftmals gesundheitlich bedingt ist, nicht ethisch.&lt;/DIV&gt;&lt;DIV ID=&quot;sdfootnote41&quot;&gt;	&lt;a name=&quot;sdfootnote41sym&quot; href=&quot;#sdfootnote41anc&quot;&gt;41&lt;/a&gt; Zit. in Keel, a.a.O., S. 29.&lt;/DIV&gt;&lt;/BODY&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/HTML&gt;&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Wed, 20 Oct 2010 20:17:52 +0200</pubDate>
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    <title>Gott ist an allem schuld</title>
    <link>http://antitheismus.de/archives/52-Gott-ist-an-allem-schuld.html</link>
            <category>Leserbriefe</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Antitheismus-Redaktion)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 155px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&#039;serendipity_image_link&#039; href=&#039;http://antitheismus.de/uploads/gott-ist-schuld.jpg&#039;&gt;&lt;img width=&#039;155&#039; height=&#039;200&#039;  src=&quot;http://antitheismus.de/uploads/gott-ist-schuld.tmb.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Gott ist an allem Schuld, Der Kreuzzug der neuen Atheisten&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Gott ist, mangels Existenz, so wenig an &quot;allem&quot; schuld wie Osterhase und Christkind schuld sind an Legebatterien wegen des erhöhten Ei- bzw. Plätzchenkonsums im April und Dezember. Schuld sind vielmehr die Gläubigen (und die, die sie tolerieren). Zudem wird keiner behaupten, Religion sei beispielsweise für Erdbeben verantwortlich, Atheisten hier ein &quot;alles&quot; in den Mund zu legen, ist lediglich ein Diffamierungsversuch mittels Strohmannargument. Schuld sind die Theisten, ist der Theismus aber an vielem, nicht nur an Religionskriegen auch im 21. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich unsinnig ist es, von atheistischer &lt;a href=&quot;http://www.achim-stoesser.de/atheismus/faq.html#FrageMissionieren&quot;&gt;&quot;Missionierung&quot; (der Autor möge ein Wörterbuch konsultieren: missionieren bedeutet, einen Glauben zu verbreiten)&lt;/a&gt; oder gar &quot;Kreuzzug&quot;(!) zu sprechen, so als ob Atheismus eine Religion (also der Glaube an übernatürliche Mächte und deren kultische  Verehrung, auch hier hilft ein Wörterbuch), als ob Veganismus Tierausbeutung, als ob Gesundheit nichts weiter als eine andere Art  Krankheit wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer faschistisch beherrschten Gesellschaft genügt es nicht, selbst nicht faschistisch zu sein. Vielmehr ist es zwingend erforderlich, antifaschistisch zu sein. Ebenso ist es in einer rassistischen Gesellschaft zu wenig, selbst nicht rassistisch zu sein, sondern antirassistisch sein ethisch geboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Notwendigkeit von Antifaschismus, Antirassismus, Antisexismus, Antispeziesismus usw. - das ist angesichts der Parallelen kaum zu leugnen -  reicht es also in dieser unserer theistisch dominierten Welt keinesfalls aus, nur atheistisch zu sein. Natürlich ist es besser, wenn jemand im  stillen Kämmerlein sein atheistisches Süppchen kocht, statt sich selbst an religiösem Wahn zu beteiligen, doch Atheismus ist nicht genug: vielmehr ist  es notwendig, gegen Theismus vorzugehen, Antitheismus ist für ethisch denkende und handelnde Menschen angesichts des real existierenden Theismus  ein Muß, ein ethischer Imperativ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn die Folgen des Theismus sind und waren seit jeher verheerend, lokal wie global. Ob blutiger Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten in  Nordirland, &quot;Gott&quot; in der Grundgesetzpräambel, Kreuzzüge, Indoktrination von Kindern in der Schule, Conquista, Tendenzschutz, omnipräsente religiöse  Folterszenen, Hexenverbrennungen oder schlicht das weihnachtliche Fernsehprogramm: es genügt nicht, nur für das Recht, nicht davon behelligt  zu werden, zu kämpfen, für die Trennung von Staat und Kirche, gegen Auswüchse der Religion. Mindestforderung muß sein, daß alle von den  Machenschaften der Gläubigen verschont bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wohlgemerkt bedeutet Antitheismus keine &quot;Verfolgung&quot; von Gläubigen (es ist wenig verwunderlich, daß Gläubige dies in der Regel bereits mit schlichtem  Atheismus, also der Abwesenheit eines Glaubens an irgendwelche Götter assoziieren, ist die Diskriminierung &quot;Andersgläubiger&quot; religiösen Memen doch  immanent). Vielmehr bedeutet Antitheismus Aufklärung über die Realität, sowohl naturwissenschaftlich wie politisch/historisch. So wie es  erforderlich ist, Kinder, die an den Klapperstorch glauben, über die tatsächlichen Vorgänge aufzuklären, um ungewollte Schwangerschaften von  Teenagern zu vermeiden, so wie sie irgendwann erfahren müssen, daß es keinen Weihnachtsmann gibt, so muß darüber informiert werden, daß es kein Gott ist,  der Blitze schleudert oder ihnen auf welch wundersamem Umweg auch immer ihr tägliches Brot zur Verfügung stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Achim Stößer, http://antitheismus.de&lt;br /&gt;
(unveröffentlichter Leserbrief zu &quot;Gott ist an allem Schuld&quot;, Der Spiegel Nr. 22 / 26.5.07) 
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    <pubDate>Mon, 04 Jun 2007 17:42:53 +0200</pubDate>
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    <title>Leserbrief: Nächstenliebe</title>
    <link>http://antitheismus.de/archives/13-Leserbrief-Naechstenliebe.html</link>
            <category>Leserbriefe</category>
            <category>Presse</category>
            <category>Texte</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Antitheismus-Redaktion)</author>
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    Die Ignoranz, von der Dr. (theol.?) Christoph Morgner in seinem Leserbrief spricht, demonstriert er selbst: das hypokritische Geschwätz von Nächstenliebe, das Bomben in Belfast ebenso ad absurdum führen wie Massenmorde in Ruanda, Kreuzzüge, Scheiterhaufen, Ratline, übernahmen die Ghostwriter des fiktiven Halbgotts aus dem Alten Testament (&lt;a href=&quot;http://antitheismus.de/archives/15-Heuchelei.html&quot;&gt;3 Mo 19:18&lt;/a&gt;), während sie gleichzeitig ihren Protagonisten Jesus all die Mordgebote darin, von der göttlichen Anweisung, &lt;a href=&quot;http://antitheismus.de/archives/14-Mordgebote.html&quot;&gt;Hexen oder Homosexuelle zu töten oder auch vergewaltigte Mädchen&lt;/a&gt; (Ex 22:17, Lev 20:13, Deut 22:23), um nur einige wenige Beispiele zu nennen, &lt;a href=&quot;bibelzitate.html#bestaetigung&quot;&gt;bestätigen&lt;/a&gt; ließen (Mt 5:17-19). Wenn dieser Jesus also &lt;a href=&quot;http://antitheismus.de/archives/16-Jesus-predigt-Hass-und-Gewalt.html&quot;&gt;Haß predigt (Lk 14:26) oder zum Schwert&lt;/a&gt; ruft (Mt 10:34-35, Lk 22:36), so sind die angeblichen Schandflecken der Kirchengeschichte (ebenso könnte beim Anblick einer Sickergrube von &quot;Flecken&quot; gesprochen werden) und Kirchengegenwart nichts als die Konsequenz dieser christlichen Wahnvorstellungen, denen Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Menschenrechte diametral gegenüberstehen. Bibel oder Koran ist da wohl (Zwangs-)Jacke wie Hose.  &lt;p align=right&gt;Achim Stößer, Salmünster (unveröffentlicht)&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bezug&lt;/b&gt;: Leserbrief Spiegel 45/2003, S. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuz und Kopftuch auf einen gemeinsamen inhaltlichen Nenner zu bringen zeugt von schierer Ignoranz. Denn Jesus gebietet - anders als der Koran - unbegrenzte Nächsten- und Feindesliebe. Im neuen Testament wird deshalb kein eifernder Kampf gegen solche geführt, die sich dem christlichen Glauben versagen. Dass das später in der Christenheit oftmals vergessen wurde, gehört zu den Schandflecken der Kirchengeschichte. Aber keiner, der auszog, um mit Mitteln der Gewalt den christlichen Glauben zu verbreiten, konnte sich dabei auf Jesus und die Apostel berufen. In der Botschaft des Kreuzes liegen wesentliche Wurzeln für die Werte, die unser Grundgesetz prägen: Religions- und Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Menschenrechte.&lt;p align=right&gt;Dr. Christoph Morgner, Kassel 
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    <pubDate>Thu, 11 Dec 2003 15:58:00 +0100</pubDate>
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