Saturday, December 24. 2011Alle Jahre wieder Krippeviren
Alle Jahre wieder werden Krippen aufgestellt, um die Geburt jenes Halbgotts zu symbolisieren, der - wie zahllose andere seiner Kollegen (ausgerechnet) - am 25. Dezember das Licht der Welt erblickt haben soll.
Ein bemerkenswertes Beispiel stellte die Bahnhofsmission Frankfurt auf. Fast lebensgroße Holzfiguren, geschnitzt von Schülern des polnischen "Kunst Lyzeum A. Kenara". Bemerkenswert weniger ob des künstlerischen Werts als vielmehr aufgrund der frappierenden politischen, um nicht zu sagen religions-/selbstkritischen Bezüge, die das Werk darzustellen scheint: Auch wenn Krippen den "Stall" prinzipiell anachronistisch darstellen, wird dieser übertroffen durch den Anachronismus des hier zu sehenden Manns mit Zylinder und Gehstock, ein Klischeekapitalist, der geradewegs von der Schachtel eines Monopoly-Spiels gesprungen zu sein scheint - Kritik am Finanzgebaren der Kirchen, die durch Mord, Betrug, Erbschleicherei, Landraub, Erpressung usw. über Jahrhunderte und bis in die Gegenwart einen ungeheuren Reichtum angehäuft haben (während sie gleichzeitig nicht nur Bettelkinder ausbeutet)? Eine am typischen Kalotten-Mützchen ("Pileolus") unschwer als kirchlicher Würdenträger zu erkennende Figur (die große Ähnlichkeit mit Papst Wojtyła alias Johannes-Paul II aufweist), die einem Kleinkind in den Schritt fasst - brisante Anspielung auf die massenhaften sexuellen Misshandlungen von Kindern durch Kleriker samt deren Vertuschung durch höchste Kirchenkreise? Damit nicht genug: Jesus als "Christkind" fehlt völlig - sickert da endlich die Erkenntnis durch, dass er nie wirklich existiert hat, sondern lediglich eine fiktive Gestalt ist? Natürlich nicht. Weder fehlen die "drei" Zauberer (die "Magoi", die im christlichen Bibelmärchen gern als "Weise" fehlübersetzt werden, da "Hexen" und "Zauberern" ja gemäß Gottes Geboten ein wenig freundliches Schicksal droht, und die in der katholischen Legendenbildung zu "drei Königen" wurden), noch die ebenso fiktiven (Leih-)Eltern des "Heilands", wobei, selbstredend, Joseph als Greis dargestellt wird (höchstwahrscheinlich um die Möglichkeit seiner biologischen Vaterschaft unglaubwürdig erscheinen zu lassen), und Maria ist auch nicht mehr die Jüngste, während die beiden, gemäß dem zwei Millennien alten Weihnachtsmärchen ja unverheiratet, gerade mal verlobt und somit nicht älter als 16 (er) respektive 14 (sie) gewesen wären nach damaligen Gepflogenheiten, heute also ideale Kandidaten für eine RTL-Dokusoap über Teenagerschwangerschaften. Und das Holzbaby wird, das ist einem angeklebten Zettel zu entnehmen, natürlich am 24. Dezember nachgereicht. Rechtzeitig zum Geburtstag (von Sol Invictus natürlich, da es das Datum der Wintersonnenwende war, Aoin Plutonius, Mithras et. al.). So wundert es auch nicht, dass an dem das Krippenbild ergänzenden und die Klagemauer plagiierende (christlich annektierten heidnischen) "Weihnachts(wunsch)baum" jede Menge peinlicher "Wünsche und Gebete" (so wollen es die Veranstalter) von Passanten aufgehängt wurden, Anhänger mit der Aufschrift "Schluss mit religiösem Wahn - www.antitheismus.de" aber regelmässig verschwinden. Fast könnte man vermuten, jemand wolle den Wahn nicht beenden. Kurz: Alle Jahre wieder alles beim alten. Wednesday, November 23. 2011Evolutionstag 2011 Wir sind Affen(Pressemitteilung 23. November 2011) Am 24. November jeden Jahres, dem Tag der Erstveröffentlichung von Charles Darwins The Origin of Species (dt. "Die Entstehung der Arten") im Jahr 1859, ist Evolutionstag. "Gläubige wehren sich auch heute noch, anderhalb Jahrhunderte später, wie damals gegen die Realität", bedauert Achim Stößer von antitheismus.de, der Seite gegen religiösen Wahn. "Als ob der Glaube an Götter, Gespenster, Dämonen, Elfen oder Engel vernünftiger wäre als der an den Weihnachtsmann oder den Osterhasen." Die Tatsache der Evolution kratzt natürlich an der religiösen Lehre der Gottesebenbildlichkeit ("Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau." 1. Mose 1,26f. LUT). Sie nagt zugleich am allgegenwärtigen Speziesismus (der Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Art, analog zu Rassismus oder Sexismus). Nicht zuletzt widerspricht sie dem Kreationismus, der Wahnvorstellung, dass das Leben im Universum, ja das Universum selbst, durch magisches Eingreifen einer Schöpfergottheit entstanden sei, die in den letzten Jahren in den abrahamitischen Varianten (wie im 1. Buch Mose beschrieben) eine Renaissance erlebt. Fakt ist jedoch: Menschen sind Trockennasenaffen, Säugetiere, Wirbeltiere - Tiere wie andere auch.Doch während kaum jemand sich über den diffamierenden Bildzeitungstitel "Wir sind Papst" echauffiert hat (auch wenn die Vorstellung angesichts dessen, was Ratzinger seither so von sich gegeben hat, mittlerweile manchem, der sich damit identifiziert haben mag, peinlich sein dürfte), ruft die schlichte Tatsachenaussage "wir sind Affen" bei vielen Empörung hervor. Es gibt jedoch kein ethisch relevantes Merkmal, das alle Menschen von allen anderen Tieren unterscheidet, trotz aller Bemühungen von Theisten und Speziesisten eines zu finden. Vor etwa 52 Millionen Jahren begannen die Vorfahren der heutigen Primaten und damit der Menschen, in sozialen Gruppen zu leben. "Wird es da nicht langsam Zeit, der biologischen Evolution eine intellektuelle und ethische Evolution folgen zu lassen", so Stößer, "und die Religion sowie alle anderen aberwitzigen Vorstellungen (inklusive Speziesismus) abzuschaffen - auch wenn das manchem 'Herrentier' nicht gefallen mag?" * [2178 Anschläge. Bei redaktioneller Verwendung wird ein Belegexemplar oder Hinweis erbeten. Fotos können in hoher Auflösung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Diese Pressemitteilung ist zu finden unter http://antitheismus.de/archives/194-Evolutionstag-2011.html .]Kontakt: http://antitheismus.de, c/o Achim Stößer, Berliner Str. 34, D-63619 Bad Orb, Tel. +49 6052 309788, mail@antitheismus.de Wednesday, March 2. 2011Weltgebetstag 2011![]() Albrecht Dürer, "Studie mit betenden Händen", 1503 (Ausschnitt) (Pressemitteilung 2. März 2011) Am kommenden Freitag ist wie an jedem ersten Freitag im März Weltgebetstag. Weltgebetstag der weiblichen Hälfte der Menschheit zumindest, genauer: eines Teils der Menschheit, der einem der biblischen Götter anhängt. Zweck ist natürlich zunächst das Sammeln von Spenden, in diesem Jahr unter dem Motto "Wie viele Brote habt ihr?" in Anspielung auf das Märchen von der wundersamen Speisung der fünftausend "Männer, ohne Frauen und Kinder" (Mt 14:21) mit "fünf Brote[n] und die zwei Fische[n]" (Mt 14:19) und unter Verdrängung der Tatsache, dass ihr Gott heute alle paar Sekunden ein Kind verhungern lässt, obwohl es ihm ein Leichtes wäre (gäbe es ihn), das mit solchen Zaubertricks zu verhindern. Aber da beten die Hungernden wohl nicht eindringlich genug im "Vaterunser" um ihr "tägliches Brot", so dass dieses Gebet unerhört bleibt. Zynisch, wenn die im Reichtum schwelgenden und zugleich bettelnden Kirchen dann tönen, "der Mensch lebt nicht vom Brot allein" (5 Mo 8:3 u.a.). Doch wie bei dem Werbeslogan "Brot für die Welt" der gleichnamigen evangelischen Spendensammelorganisation geht es dabei nicht um Kohlehydrate und auch nur vordergründig um modernen Ablasshandel. Nicht umsonst heißt es, "Wes' Brot ich ess', des' Lied ich sing'", des' Kirchenlied, genauer gesagt. Denn eigentlicher Zweck ist die Verbreitung religiösen Wahnsinns durch das Vortäuschen von Hilfsbereitschaft, was nicht besser wird, wenn tatsächlich das eine oder andere Brot gegessen oder eine Autobahn gebaut wird. Wer, wie etwa viele Menschen im diesjährigen Weltgebetstags-"Partnerland" Chile durch Naturkatastrophen etc. am Boden liegt, ist natürlich besonders anfällig für solche Trickbetrüger, denn in der Not schmeckt jedes Brot. "Um so bedauerlicher, dass die Medien die kirchlichen Ankündigungen zum sogenannten Weltgebetstag völlig unkritisch nachbeten", so Achim Stößer von antiheismus.de, der Seite gegen religiösen Wahn. "Das Heimtückische dabei ist, dass der eigentliche Zweck in der Missionierung derer liegt, die 'arm im Geiste' (Mt 5:3) sind - oder sollte es heißen: 'dumm wie Brot'? Denn Gebete helfen ebenso gegen Krankheit wie jedes andere Placebo, sie verändern die Welt wie ein Regentanz die Dürre: was die Gläubigen in Wahrheit benutzen, um ihre Lügen zu verbreiten, ist Geld." [2301 Anschläge. Bei redaktioneller Verwendung wird ein Belegexemplar oder Hinweis erbeten. Diese Pressemitteilung ist zu finden unter http://antitheismus.de/archives/193-Weltgebetstag-2011.html .] Kontakt: http://antitheismus.de, c/o Achim Stößer, Berliner Str. 34, D-63619 Bad Orb, Tel. +49 6052 309788, mail@antitheismus.de Tuesday, February 15. 2011Darwinfische 2011
Zum Darwintag 2011:
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Darwinfische 2010 | Darwinfische 2009 | Darwinfische 2008 (Hinweis in eigener Sache: durch technische Probleme sind in den letzten Tagen bzw. Monaten einige E-Mails an mail@antitheismus.de verloren gegangen. Wer also eine E-Mail geschickt hat, ohne Antwort erhalten zu haben, bzw. Fotos zum Darwin-Tag geschickt, die hier fehlen, bitte noch einmal versuchen, die Mailadresse funktioniert nun wieder.) Wednesday, February 9. 2011Darwin-Tag 2011 (Pressemitteilung 9. Februar 2011)Am 12. Februar - dem Geburtstag des Begründers der Evolutionstheorie, Charles Darwin - ist Darwintag, an dem der Öffentlichkeit naturwissenschaftliche Erkenntnisse (im Gegensatz zu religiösen Phantasmagorien) nahe gebracht werden sollen. So etwa die Tatsache, dass Menschen eine der sieben lebenden Menschenaffenarten (Hominiden) sind und unsere Vorfahren keineswegs von einem allmächtigen Töpfer aus einem Lehmklumpen erschaffen wurden, sondern von Fischen, die Beine entwickelten und so das Land eroberten, abstammen. Wie in jedem Jahr ruft antitheismus.de deshalb dazu auf, gerade zu dieser Gelegenheit vermehrt Darwin-Fische zu verbreiten, sei es auf Plakaten, T-Shirts, Aufklebern, Kreidezeichnungen, als Graffito usw. Die Evolutiontheorie ist "nur eine Theorie", so der Einwand von Kreationisten. Richtig ist, dass Darwin - selbstverständlich - so manches nicht wusste, was wir heute wissen. Evolution dagegen ist eine unumstößliche Tatsache. Auch die Gravitation ist Fakt, ungeachtet der Tatsache, dass Newton nicht alles über die vier Grundkräfte der Physik oder eben Gravitationstheorie wusste. Dennoch gibt es auch im 21. Jahrhundert immer noch Gläubige, die so tun, als ob Archaeopteryx und Tiktaalik Hirngespinste wären wie Nephilim (die riesenhaften Nachkommen von Göttern und Menschenfrauen, 1 Mo 6:4) und Leviathan (das biblische Seeungeheuer, Ps 104:26). Wer glaubt, das Leben sei von einem oder mehreren Göttern erschaffen worden, und die Evolution leugnet, ist ebenso wahnsinnig wie jemand, der die Schwerkraft bestreitet und behauptet, in Wahrheit würden Myriaden klitzekleiner unsichtbarere Elfen fallende Äpfel, von Moslems gesprengte Flugzeuge, von Gläubigen erschlagene Anders- oder Ungläubige zu Boden schubsen, und ohne diese würde alles frei schweben. Um so gefährlicher, dass auch führende Politiker - nicht nur in den USA und dem Iran - diesem Wahn verfallen sind (dem an Schöpfergötter - das isländische Elfenministerium, das dafür sorgt, dass keine Straßen durch den Lebensraum dieser Naturgeister gebaut werden, ist nicht ganz real). Denn entgegen Pascals Behauptung ist nicht wahnsinnig zu sein keineswegs eine andere Form des Wahnsinns. Notgedrungen wahnsinnig zu sein trifft eben nicht, wie er behauptete, auf alle Menschen, sondern lediglich auf Theisten zu, nicht zwangsläufig auf Atheisten. Darwin-Fische sind auch eine Reaktion auf die nahezu allgegenwärtige christliche Bildpropaganda, die neben Splatterskulpturen ("Kruzifixen") überwiegend als Ichtys-Symbol, als stilisierter Fisch (oft mit der Inschrift "Jesus") vor allem als Autoaufkleber zu finden ist. Der Darwin-Fisch dagegen ist evolviert, weiterentwickelt: er verfügt in den meisten Varianten über Beine oder über eine Denkblase, die dem Glauben diametral gegenüberstehende Denkfähigkeit repräsentiert. Denn Aufklärung ist, wie der regierende Monarch des Vatikanstaats unlängst in einem seltenen Moment geistiger Klarheit sinngemäß feststellte (wenn auch nur auf schulische Sexualaufklärung bezogen), die größte Gefahr für die Religion: die Realität ist unvereinbar mit dem Gotteswahn. [3083 Anschläge. Bei redaktioneller Verwendung wird ein Belegexemplar oder Hinweis erbeten. Fotos können in hoher Auflösung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Diese Pressemitteilung ist zu finden unter http://antitheismus.de/archives/191-Darwin-Tag-2011.html .] Kontakt: http://antitheismus.de, c/o Achim Stößer, Berliner Str. 34, D-63619 Bad Orb, Tel. +49 6052 309788, mail@antitheismus.de Wednesday, January 5. 2011Sternsinger Zum Dreikönigstag lässt die Kirche wieder Kinder betteln(Pressemitteilung 05. Januar 2011) Am 6. Januar und dem darauffolgenden Wochenende ist es wieder soweit: die katholische Kirche schickt wie jedes Jahr zum "Dreikönigstag", dem "Tag der Erscheinung des Herrn", teils auch schon in den Tagen nach Weihnachten, viele hunderttausend Kinder zum Betteln. Ganz im Sinn der Ökumene dürfen mittlerweile auch protestantische Kinder mitbetteln. Das so erbettelte Geld, Millionen Euro im zweistelligen Bereich, ist ausnahmslos beim "Kindermissionswerk" abzuliefern. Es soll für vordergründig wohltätige Zwecke verwendet werden, in Wahrheit natürlich für die Missionierung, also religiöse Propaganda. Nicht dass die Kirche Bettelkinder bräuchte: sie hat über die Jahrhunderte ungeheuerliche Reichtümer angehäuft. Durch Raub, Morde, Kreuzzüge, Enteignungen, Zehnte, Erbschaften und Ablasshandel (Eintrittskarten für ein - frei erfundenes - "Leben nach dem Tod", auch für "Sünder", die sich freikaufen). Durch Handel mit legalen Drogen und Tierausbeutungsprodukten aus klösterlichen Brauereien, Legebatterien oder Schweinemastanlagen. Durch "Kirchensteuern" genannte Mitgliedsbeiträge, die oft zwangsweise erhoben werden (etwa von Arbeitnehmern, die umgezogen sind und nicht mehr nachweisen können, dass sie vor Jahrzehnten ausgetreten sind, Arbeitslosen, selbst wenn sie nachweislich ausgetreten sind, oder von denen, die, weil sie gezwungen sind, in Tendenzschutzbetrieben zu arbeiten, nicht austreten können). Durch staatliche Subventionen, u.a. die Finanzierung eben solcher Tendenzschutzbetriebe wie Kindergärten oder Krankenhäuser, die die Kirchen wenig oder nichts kosten, aber deren Imagepflege dienen, und aus denen immer wieder Mitarbeiter, die nicht der "richtigen" christlichen Sekte angehören oder vielleicht gar homosexuell sind, entlassen werden, von Militärpfarrern, Religionsunterricht, Kirchentagen, Denkmalpflege, teils sogar die Bezahlung von Bischöfen und Pfarrern usw. Durch modernen, gefühlten Ablasshandel, eben Spendensammlungen wie diese. Um dem etwas entgegenzusetzen, stellt antitheismus.de, die Seite gegen religiösen Wahn, ein Flugblatt (http://antitheismus.de/uploads/Sternsinger.pdf) zur Verfügung, mit dem "Sternsinger" aufgeklärt werden können, vor wessen Karren sie da gespannt werden. Bemerkenswert ist hier übrigens ein Vergleich des religiösen Brauchtums der "Heiligen Drei Könige" mit dem ursprünglichen Mythos: in den Bibeln ist hier weder von Königen die Rede (sondern von Μάγοι, griech. Magiern, je nach Bibelübersetzung Sterndeutern oder Weisen), noch deren Anzahl genannt, schon gar nicht ihre Namen ("Caspar, Melchior und Balthasar"). Derartige Beispiele gibt es viele: die Früchte, derentwegen "Gott" Adam und Eva samt all ihren Nachkommen zum Tod verurteilte, sind keineswegs Äpfel; Joseph wird in den Weihnachtskrippen grundsätzlich als grauhaariger, gebrechlich wirkender alter Mann dargestellt (wohl um seine Vaterschaft unglaubwürdiger zu machen, als ob die göttlich induzierte Parthenogenese dadurch glaubwürdiger würde), während er in den Bibelgeschichten mit Maria verlobt war (Mt 1:18, Lk 1:27), er nach damaligen Verhältnissen also etwa 16, sie 14 Jahre alt gewesen sein müsste; die "Arche Noah" ist gerade für die Kinderindoktrination beliebt (unverständlicherweise, impliziert sie doch, dass dieser ach so liebe Gott alle anderen, unschuldige Kinder ebenso wie Kuschelhäschen, ersäuft hat); bemerkenswerterweise spazieren dabei grundsätzlich alle Tiere paarweise aufs Schiff, während laut Bibel von den "reinen" Tieren (obwohl Gott erst später entschied, welche Tiere "rein", also "essbar" sein sollten, Lev 11) je sieben "gerettet" (sprich, nicht von Gott ermordet) wurden (Gen 7:2-3, eins davon, um dann nach der Landung sogleich von Noah Gott in einem Brandopfer dargebracht zu werden, Gen 8:20). Wir helfen Kindern, aus dem religiösen Wahn auszubrechen, sich von groteskem Glauben zu lösen - ganz gemäß dem diesjährigen Sternsinger-Motto: "Kinder zeigen Stärke". [3984 Anschläge. Bei redaktioneller Verwendung wird ein Belegexemplar oder Hinweis erbeten. Fotos können in hoher Auflösung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Diese Pressemitteilung ist zu finden unter http://antitheismus.de/archives/190-Sternsinger.html .] Kontakt: http://antitheismus.de, c/o Achim Stößer, Berliner Str. 34, D-63619 Bad Orb, Tel. +49 6052 309788, mail@antitheismus.de Friday, December 24. 2010Alle Jahre widerlich
Alle Jahre wieder und wieder wird der fiktive Geburtstag des nicht minder fiktiven Halbgotts Jesus nicht nur zelebriert, sondern allen, die nicht schnell genug auf den Weihnachtsbäumen sind, oktroyiert.
Wie gewohnt bieten diverse Schmierblättchen den (Ver-)Führern christlicher Sekten ein Forum. Ein Beispiel die aktuelle Ausgabe des Gelnhäuser Boten. Paritätisch teilen sich die gesamte Titelseite Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, und sein Gesinnungsgenosse von der Konkurrenzsekte, Heinz Josef Algermissn, Bischof von Fulda. Hein fabuliert über Träume, um abrupt zu behaupten, "Jesus, Sohn Gottes, der Heiland dieser Welt" sei "als Mensch im Stall zu Bethlehem geboren" worden (war es nicht Batman, Sohn Waynes, der Rächer der Nacht, der als Milliardär im Herrenhaus bei Gotham geboren wurde?). Eben jenen Stall zeigt die Fotodokumentation der Gelnhäuser Boten. Algermissen widerspricht: Er berichtet von seiner Reise nach Bethlehem, "hinab in die Tiefe einer Höhle, einer Grotte [...] Hier wurde der Jungfrau Maria Jesus Christus geboren". Ohne Schamgefühl schildert er, dass hier "Päpste und Kaiser, Könige und Fürsten, die Kreuzfahrer, Pilger [...] die Stelle berührt [haben] wo der Herr der Welt als Kind gelegen" habe. Nun, nicht gar so widersprüchlich, durchaus denkbar, dass damals "Vieh" auch in einer solchen "Grotte" gefangengehalten wurde. Und so zitiert er wenig später das Lied "Gott ist geboren als ein Kind im Stalle. Kommt[,] lasset uns anbeten...". Nach einem Seitenhieb auf "autonome Menschen", die "selbstbewusst und selbstbestimmt" sein wollen (im Gegensatz zu denen, die sich freiwillig vor der Knute ihres eingebildeten "Herrn" beugen?) schließt er, da sei es "gut zu wissen: Der Stern von Bethlehem hat sich vor zweitausend Jahren auf die Erde niedergelassen." Wenn das mal kein Ufo war. Ein paar Seiten weiter finden wir dann unter den Terminen der Zeugen Jehovas das "Bibelwort der Woche" der Pfarrerin Kerstin Berk aus der Kirchengemeinde Auf dem Berg: "Freut Euch, der Herr ist da!" Bar jeder Herrschaftskritik jubiliert sie: "Wenn sie diese Zeitung in der Hand halten, dann dauert es nicht mehr lange. Der Herr ist nahe!" Das erklärt einiges, etwa, warum er sich auch in diesem Jahr wieder millionenfacher unterlassener Hilfeleistung (oder sollte man sagen: Morde) schuldig gemacht hat an all den unschuldigen Kindlein, die er in Erdbeben oder Flutkatastrophen usw. sterben ließ: er war weg. So ein allgegenwärtiger Allmächtiger kann ja nicht überall sein; gut, dass das mal gesagt wurde. Vermutlich eine Weltraummission in eben jenem Ufo, in dem er vor zweitausend Jahren im heutigen Westjordanland gelandet ist. Alle Jahre. Widerlich. Saturday, March 6. 2010Darwin-Fische 2010Wednesday, March 3. 2010Weltgebetstag 2010
Am kommenden Freitag ist Weltgebetstag. Nicht ganz allgemein, aber Weltgebetstag der Frauen. An jedem ersten Freitag im März wird international dazu aufgerufen, zu beten - und, natürlich, vor allem zu spenden. Denn Gott kann (sich) schließlich - ungeachtet seiner Allmächtigkeit - nicht (um) alles (kümmern). Daher werden Kollektengelder benötigt, die dazu verwendet werden sollen, zu helfen, so heißt es. Religiöse Propaganda zu verbreiten, heißt das im Klartext.
antitheismus.de - die Seite gegen religiösen Wahn - ruft daher auch in diesem Jahr dazu auf, zu beten. Und zwar immer dann, wenn ein Gläubiger um etwas bittet. "Kann ich das Salz haben?" - "Oh Herr, beschere diesem Deinem Anhänger Natriumchlorid im Übermaß. Amen." - "Wo geht's zum Bahnhof?" - "Vater im Himmel, weise diesem guten Menschen den rechten Weg. Amen." (Selbstverständlich, aber für Gläubige muß das wohl explizit erwähnt werden, nicht in echten Notsituationen: einem Ertrinkenden werfen wir den Rettungsring zu, statt für seine Rettung zu beten.) Vielleicht sollten wir auch um eine etwas kritischere Berichterstattung in den Medien zum Weltgebetstag beten, eine, die nicht die Kirchenpropaganda nachbetet - wobei vorauszusehen ist, daß auch dieses Gebet nicht erfüllt wird. So wie auch unser letztjähriger Aufruf, dafür zu beten, daß die Gläubigen weltweit endlich zur Vernunft kommen und Atheisten werden, unerhört blieb. Interessant wäre es wohl auch, in einer katholischen Kirche den Gebetsteppich auszurollen, sich mit Weihwasser rituell zu waschen (aufgrund der üblichen bakteriellen Belastung des Weihwassers nur bei intaktem Immunsystem zu empfehlen, andernfalls könnte ein Gesundbeter benötigt werden) und die passende religiöse Gymnastik zu turnen; in einer Synagoge eine Gebetsmühle, einem Königreichssaal einen Rosenkranz zu drehen. Das könnte allerdings nach §167 StGB (Störung der Religionsausübung) strafbar sein. Immerhin wäre damit jedoch die Beterei der Konkurrenzsekten als "in grober Weise stör[end]" oder gar "beschimpfende[r] Unfug" eingeordnet - was ein nicht zu verachtendes Ergebnis wäre. Vielleicht, nur vielleicht, begreift dann der eine oder andere: Hände, die zum Gebet gefaltet sind, helfen nicht. Friday, February 5. 2010Darwintag 12. Februar 2010
(Pressemitteilung 5. Februar 2010)
Am 12. Februar ist Darwin-Tag (anläßlich des Geburtstags des Begründers der Evolutionstheorie, Charles Darwin). Wie in jedem Jahr ruft antitheismus.de daher dazu auf, gerade zu dieser Gelegenheit vermehrt Darwin-Fische zu verbreiten. Darwin-Fische sind eine Reaktion auf die nahezu allgegenwärtige christliche Bildpropaganda, die neben Splatterskulpturen ("Kruzifixen") überwiegend als Ichtys-Symbol, als stilisierter Fisch (oft mit der Inschrift "Jesus") vor allem als Autoaufkleber zu finden ist. Der Darwin-Fisch dagegen ist evolviert, weiterentwickelt: er verfügt in den meisten Varianten über Beine oder über eine Denkblase, die dem Glauben diametral gegenüberstehende Denkfähigkeit repräsentiert. Immer mehr Menschen, denen nicht jegliche Bildung verwehrt wurde, ist klar: wir sind keineswegs durch einen Schöpfungsakt eines Demiurgen, eines mit magischen Kräften ausgestatteten (jedoch offenbar selbst oft keines Schöpfers bedürfenden) Handwerkers wie Jahwe, Allah, Brahman, Rangi und Papan, Ahura Mazda oder auch des Osterhasen oder des fliegenden Spaghettimonsters entstanden (schon deshalb, weil diese alle gleichermaßen ihrerseites Geschöpfe menschlicher Phantasie sind), sondern haben uns durch Evolution entwickelt. Das Bewußtsein dafür, dass Menschen und Affen gemeinsame Vorfahren haben (populär fälschlich als "der Mensch stammt vom Affen ab" verkürzt), wächst: laut einer demoskopischen Umfrage vertraten 2009 fast zwei Drittel (63%) aller Deutschen diese Ansicht, was einen kontinuierlichen Anstieg der Vernunft seit 1970 (38%) bedeutet. Beängstigenderweise bestritt auch im 21. Jahrhundert jedoch immer noch jeder fünfte Deutsche eine Verwandtschaft zwischen Menschen und Affen, jeder dritte Katholik (32%) und jeder fünfte Protestant (21%) vertraten die kreationistische Auffassung: "Der Mensch wurde von Gott geschaffen, wie es in der Bibel steht." und ordnete sich somit geistig dem finsteren Mittelalter zu (das das Attribut "finster" immerhin der damals noch viel stärkeren Hegomie der Kirche verdankt). Darüberhinaus leugnen noch fast alle Speziesisten, was mittlerweile in jedem seriösen Werk der Biologie zum Thema nachzulesen ist: Menschen sind Affen, Menschenaffen wie Bonobos, Schimpansen, Gorillas und Orang Utans; Menschen und andere Affen haben gemeinsame Vorfahren. Ist das ein Wunder, in einer Gesellschaft, in der die Bundesministerin für "Forschung und Bildung[sic!]", Annette Schavan (CDU) zugleich Honorarprofessorin für Katholische Theologie[sic!] an der Freien[sic!] Universität Berlin ist, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken etc. war? Einer Gesellschaft, in der einer der mächtigsten Männer der Welt, Führer der katholischen Christenheit, der amtierende Papst Joseph Ratzinger alias Benedikt XVI. im vergangenen Jahr beklagte, dass "im öffentlichen Leben sich das Vertrauen in den wissenschaftlichen und den wirtschaftlichen Fortschritt behauptet" habe und der 1990 den Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei als "gerecht" und "vernünftig" bezeichnete? Einen Prozess, weil dieser das kopernikanische Weltbild vertrat, nach dem die Erde sich - kaum zu glauben für geo- und anthropozentrische Theisten - um die Sonne dreht, was natürlich dem biblisch festgehaltenen Glaubenssystem von einer unbeweglichen Erde widerspricht (vgl. 1 Chr 16:30 (VUL), "terra ipse enim fundavit orbem inmobilem", auch wenn neuere "Übersetzungen" das zu vertuschen versuchen), einer Weltsicht, die Jahrtausende zuvor zusammen mit den Grundlagen des christlichen Gottesbildes ungebildete Wüstennomanden halluziniert hatten. Es gilt also, Zeichen zu setzen gegen diese Hindernisse auf dem Weg in eine von (wirklicher) Wissenschaft und Vernunft geprägten Gesellschaft, Zeichen, die auch in diesem Jahr wieder auf antitheismus.de dokumentiert werden sollen: eben beispielsweise Darwin-Fische. [3918 Anschläge. Bei redaktioneller Verwendung wird ein Belegexemplar oder Hinweis erbeten. Fotos können in hoher Auflösung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Diese Pressemitteilung ist zu finden unter http://antitheismus.de/archives/185-Darwintag-12.-Februar-2010.html .] Thursday, December 24. 2009Alle Jahre wieder und wieder
Auch in diesem Jahr strotzen (nicht nur, aber auch) die "amtlichen Bekanntmachungen" von Lokalblättchen vor religiöser Propaganda anläßlich des fiktiven Christenführergeburtstags. Wieder sind ganze (Titel-)Seiten der angeblich frohen Botschaft gewidmet (ohne einen Hauch der Erwähnung der brutalen Realität, wenn schon nicht bezüglich der Wahnvorstellungen, so doch wenigstens der historischen und gegenwärtigen Gemetzel).
So druckt etwa der "Gelnhäuser Bote" die Botschaft des Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen über seine angeblich gestaltwandelnde Gottheit ab, die wir schon seit Jahren kennen - ergänzt allerdings um ein Pamphlet seines Kollegen von der Konkurrenzsekte, Prof. Dr. Martin Hein, der lügt: Gott wird Mensch. Er wendet sich in Jesus der Welt und der Menschheit auf neue Weise zu: Liebe und Frieden sind seine Zeichen.Auch wenn er (wohl unfreiwillig) eingesteht, daß die "alte Weise" seines (Kriegs-)Gottes Jahwe eine blutige ist, so ist diese angeblich neue Weise - ihren eigenen Propagandaschriften, den sogenannten "Bibeln" zufolge - ebenfalls geprägt von Haß und Gewalt, einem "Jesus", der dazu aufruft, zum Schwert zu greifen. Dem Säugling in den Kitschkrippen sieht man das erstaunlicherweise überhaupt nicht an. Friday, November 20. 2009Evolutionstag 2009 Gegen Speziesismus und Kreationismus(Pressemitteilung 20. November 2009) Am 24. November jeden Jahres, dem Tag der Erstveröffentlichung von Charles Darwins The Origin of Species (dt. "Die Entstehung der Arten"), ist "Evolutionstag". In diesem Jahr ist es ein ganz besonderer: 2009 ist das Darwinjahr, in dem sich der Geburtstag des Begründers der Evolutionstheorie zum 200. Mal jährt, und darüberhinaus erschien The Origin of Species vor genau 150 Jahren, am 24. November 1859. Die Tatsache der Evolution kratzt natürlich an der religiösen Lehre der Gottesebenbildlichkeit ("Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau." 1. Mose 1,26f. LUT). Sie nagt zugleich am allgegenwärtigen Speziesismus (der Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Art, analog zu Rassismus oder Sexismus). Vor allem aber widerspricht sie dem Kreationismus, der Wahnvorstellung, daß das Leben im Universum durch magisches Eingreifen einer Schöpfergottheit entstanden sei, die derzeit in den abrahamitischen Varianten (wie im 1. Buch Mose beschrieben) eine Renaissance erlebt. Fakt ist: Menschen sind "nackte Affen" (Desmond Morris), Trockennasenaffen, Säugetiere, Wirbeltiere. Tiere wie andere auch."Der Mensch ist das religiöse Tier. Er ist das einzige religiöse Tier. Er ist das einzige Tier, das die Wahre Religion hat - mehrere davon. Er ist das einzige Tier, das seinen Nächsten liebt wie sich selbst und ihm die Kehle durchschneidet, wenn seine Theologie ihm nicht recht ist. [...] Die höheren Tiere haben keine Religion." (Mark Twain) "Der Mensch ist ein wunderliches Tier." (August Strindberg) "... ein bösartiges Tier." (Joseph Conrad) "... das einzige Tier, das erröten kann - oder sollte." (Mark Twain) "... das Tier, das Kaugummi kaut." (Durs Grünbein) Trotz aller Bemühungen von Theisten und Speziesisten gibt es jedoch kein ethisch relevantes Merkmal, das alle Menschen von allen anderen Tieren unterscheidet. Es ist an der Zeit, sich nicht nur von der Religion, sondern von allen aberwitzigen Vorstellungen (auch dem Speziesismus) loszusagen. Auch wenn das manchem "Herrentier" nicht gefallen mag. * [2384 Anschläge. Bei redaktioneller Verwendung wird ein Belegexemplar oder Hinweis erbeten. Fotos können in hoher Auflösung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Diese Pressemitteilung ist zu finden unter http://antitheismus.de/archives/183-Evolutionstag-2009.html .]Kontakt: http://antitheismus.de, c/o Achim Stößer, Berliner Str. 34, D-63619 Bad Orb, Tel. +49 6052 309788, mail@antitheismus.de Saturday, June 13. 2009Nietzsche und ReligionMenschliches, Allzumenschliches I (Band 2) Zitiert nach: Friedrich Nietzsche: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden, hrsg. Von Giorgio Colli und Mazzino Montinari, Neuausgabe 1999, Deutscher Taschenbuchverlag, München 1967-77 und 1988 (2., durchgesehene Auflage) [mp] Friday, May 15. 2009MusterSunday, April 19. 2009Gott ist nicht allmächtig
Während bisher allenfalls ein paar Theologen Gottes Allmacht zur Lösung des Theodizeeproblems unter den Tisch fallen ließen, strahlt uns derzeit ein frappierender Slogan, der einer Benediktiner-Nonne in den Mund gelegt wird, von Plakatwänden entgegen:
Gott kann nicht allesTheologische Spitzfindigkeiten, die wegerklären sollen, weshalb ihr eigentlich allmächter und zugleich guter Gott beispielsweise auch unschuldige Kinder sterben läßt, obwohl er sie retten könnte (Todesstrafebefürworter finden ja immerhin nichts dabei, wenn ihr Gott Menschen wegen irgendwelcher kleinen Vergehen hinrichtet) bleiben von der Masse der Gläubigen weitgehend unbeachtet. Da sie - verständlicher Egoismus - lieber einen guten Gott hätten, - entgegen ihrem eigenen Bild, das ihn in ihrer "Heiligen Schrift" als blutdürstiges Monstrum darstellt, das an Brutalität und Perversion nicht zu übertreffen ist - wird die Omnipotenz eben zumindest ein wenig eingeschränkt (und damit hinfällig). Zunächst wird Gott die Fähigkeit abgesprochen, Widersprüchliches zu tun (einen Stein zu schaffen, der so schwer ist, daß er ihn nicht heben kann), dann kann er aufgrund seiner Allgüte nichts Böses tun (was jede Bibel lügen straft), er muß die Willensfreiheit erhalten (offenbar auch die von fallenden Ziegelsteinen, die Säuglinge erschlagen), darf eventuell nichteinmal Naturgesetze brechen - bis er schließlich einen Grad der Allmächtigkeit erreicht, die darin besteht, daß er eben gerade Mal das tun kann, wozu er imstande ist, sprich: die Definition der Allmächtigkeit wird so weit verbogen, daß zwar dieser Gott, aber zugleich auch jeder Mensch allmächtig ist. Doch diese eher philosophischen Überlegungen sind nun allesamt hinfällig, denn das bischöfliche Hilfswerk Misereor e. V. (lat. misereor: "Ich habe Erbarmen") gesteht nun für alle sichtbar ein: Gott ist nicht allmächtig, "Gott kann nicht alles". Damit ist der Christengott auch außerhalb theologischer Seminare, in der breiten Öffentlichkeit, auf den Status irgendwelcher schwächlicher germanischer, ägyptischer, römischer oder griechischer Götter gesunken. Noch nicht das Wahre, aber zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Denn anderfalls müßten sie eingestehen: Die einzige Entschuldigung Gottes ist, daß er nicht existiert.Und vielleicht wird in einigen Jahren Misereor mit Plakaten um Spenden betteln, auf denen es heißt: Gott kann nicht existieren,...Natürlich - dies muß noch gesagt werden - ist es nicht der eigentliche Zweck, dieser (und anderer) christlicher Spendenkampagnen, das Theodizeeproblem zu übertünchen. Vielmehr handelt es sich um eine moderne Form des Ablaßhandels, die dazu dient, das angekratzte Image der größten Verbrecherorganisation der Geschichte aufzupolieren und unter den Bedürftigen zu missionieren. Und daher wäre ein solches Maß an unchristlicher Ehrlichkeit wohl doch zu viel verlangt.
(Page 1 of 13, totaling 185 entries)
» next page
|
RubrikenAktuelle Einträge
QuicksearchCalendar
ArchivesBlog abonnierenBlog AdministrationStatistikenNeuster Artikel: 2011-12-24 12:24
187 Artikel
14 Leserbriefe
|